APA - Austria Presse Agentur

Algeriens Präsident will trotz Protesten erneut kandidieren

Trotz anhaltender Proteste im ganzen Land will Algeriens Präsident Abdelaziz Bouteflika an einer erneuten Kandidatur für das höchste Staatsamt festhalten. Bouteflika werde wie jeder andere Kandidat auch am kommenden Sonntag seine Unterlagen offiziell einreichen, teilte dessen Kampagnenleiter mit. Anschließend treffe der Verfassungsrat die letzte Entscheidung über die zugelassenen Kandidaten.

Nach landesweiten Kundgebungen am Freitag, kleineren Demonstrationen in der Hauptstadt Algier am Sonntag und Protesten von Anwälten am Montag demonstrierten am Dienstag rund 500 Studenten der Universität von Algier gegen eine weitere Amtszeit des 81-jährigen Staatschefs. Insgesamt gingen am Dienstag wieder Tausende Menschen in mehreren Universitätsstädten in Algerien auf die Straße, um gegen eine fünfte Amtszeit Bouteflikas zu demonstrieren. Der Präsident hatte bereits vor zwei Wochen angekündigt, sich trotz seiner angeschlagenen Gesundheit erneut zur Wahl zu stellen.

Bouteflika regiert seit fast zwanzig Jahren in dem nordafrikanischen Land. Die Ankündigung löste in Algerien die größten Proteste seit mehr als zehn Jahren aus. Bouteflika sitzt seit einem Schlaganfall 2013 im Rollstuhl und tritt nur noch selten öffentlich in Erscheinung. In dem autoritär geführten Maghreb-Staat gibt es trotz des Ölreichtums große soziale Probleme, die Arbeitslosigkeit ist hoch, die Korruption grassiert.

Das Ausmaß der Proteste hat offenbar auch Algeriens Regierung überrascht. Ministerpräsident Ahmed Ouyahia versicherte am Montag im Fernsehen, die Präsidentschaftswahl werde wie geplant im April stattfinden. Sie werde in "friedlicher und zivilisierter Weise entscheiden", ob Bouteflika ein fünftes Mandat bekomme.

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