APA - Austria Presse Agentur

Warum Nahrungsergänzungsmittel unnötig sind

Vitaminpräparate klingen gesund und sinnvoll in der Winterzeit. Doch braucht man die Extra-Vitamine in Tablettenform, um gesund zu bleiben?

Brausetabletten, Pillen, Kapseln - die Bandbreite der Nahrungsergänzungsmittel ist groß. Braucht man tatsächlich die Extra-Vitamine in Tablettenform, um gesund zu bleiben? Der Ernährungswissenschafter Harald Seitz verneint die Frage. So sieht es auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Gesunde Menschen würden nicht zusätzlich vor Krankheiten geschützt, wenn sie solche Mittel einnehmen, erklärt Antje Gahl von der DGE. Mit einer ausgewogenen Ernährung bekomme man in der Regel alle wichtigen Nährstoffe.

Ausgewogene Ernährung

Laut DGE könnten Nahrungsergänzungsmittel eine unausgewogene Ernährung nicht ersetzen. "Nahrungsergänzung ist kein Nahrungsersatz," betont Harald Seitz. Wer etwa eine Paprika isst, nimmt weit mehr zu sich als nur Vitamin C. Denn in dem Gemüse stecken auch Folsäure, Magnesium und Eisen sowie sekundäre Pflanzenstoffe. Sorgen darum, dass Gemüse und Obst heute gar nicht mehr so viele Nährstoffe enthalten, müssen sich Konsumenten auch nicht machen, stellt Seitz klar. "Wer sich abwechslungsreich mit frischen Produkten ernährt, ist in der Regel gut versorgt."

Eine Ausnahme können zum Beispiel ältere Menschen sein, die gar nicht mehr nach draußen gehen, Schwangere, Stillende oder Säuglinge. Der DGE zufolge sind auch Lebensmittelunverträglichkeiten oder eine vegane Ernährung sowie bestimmte Krankheiten eventuell ein Grund für die zusätzliche Zufuhr von Nährstoffen.

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