georg gesellmann / georg gesellmann

#borrowing: Kriminelle Diebstahl-Tipps auf Tiktok

Auf TikTok geben UserInnen unter dem Hashtag #borrowing Tipps, wie man Lebensmittel, Schminke & Co im Handel stehlen kann.

Oh, TikTok! Die einen lieben dich, die anderen hassen dich. Wie oft hast uns schon mit unglaublichen Make-up-, Tanz- oder Modetrends begeistert – doch dieser neue Hype geht eindeutig zu weit: TikTokerInnen geben auf der Social-Media-Plattform Tipps, wie man am besten Gegenstände aus Drogerien, Modegeschäften & Co. stehlen kann. Die Hacks werden unter dem Hashtag #borrowing (auf deutsch: ausleihen) getaggt. Die UserInnen zeigen auch gerne ihre "Borrowing-Hauls" in den Videos, um mit den gestohlenen Gegenständen zu prahlen. 

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Harte Kritik für #borrowing 

TikTokerin "grungecryptid" hingegen ruft UserInnen dazu auf, mit dem #borrowing-Trend aufzuhören. Sie erklärt, dass die Diebstähle auch in dem Geschäft, in dem sie arbeitet, gestiegen sind. Nach einer mangelhaften Inventur wurde die Arbeitszeit aller MitarbeiterInnen gekürzt, die Userin arbeitet jetzt nur mehr neun statt 25 Stunden die Woche. Nun habe sie zwei Jobs gleichzeitig, um ihre Rechnungen zahlen zu können, so die TikTokerin.

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YouTuberin "READY TO GLARE" erklärt in ihrem Video, dass die selbsternannten "Robin Hoods des Kapitalismus" alles andere als unschuldig sind. Die TikTok-Diebe verteidigen ihre Borrowing-Hauls mit der Tatsache, dass sie nur von großen Unternehmen oder Konzernen stehlen: "Sie denken sich, 'Scheiß auf den Kapitalismus', doch gleichzeitig ist da diese Ironie, während sie ihre gestohlenen Sachen zeigen. Das sind materialistische Dinge, was wiederum mit dem Kapitalismus in Verbindung steht." Laut der Vloggerin stehlen die UserInnen nicht, um gegen den Kapitalismus anzukämpfen, sondern weil sie das Produkt haben möchten – und auch noch stolz darauf sind.