Mensch oder KI? Wie künstliche Intelligenz das Online-Dating verändert

Dating und AI? Dates könnten jüngsten Ergebnissen bald einer "Black Mirror" – Folge ähneln.
Dating ist der nächste Lebensbereich, der durch AI maßgeblich verändert werden könnte. Mit wem chatten wir da eigentlich?

Wie lange überlegen wir im Durchschnitt, bevor wir in einem Dialog antworten? Ähnlich wie wir, braucht auch eine künstliche Intelligenz oder AI (artificial intelligence) gewisse Zeitbruchstücke, um Information aufzunehmen und zu verarbeiten. Mittlerweile ist die Zeit bis zur Antwort so vermindert worden, dass eine Anwendung in Echtzeit möglich ist. Forscher:innen der Stanford Universität der USA haben nun eine AI kreiert, die ein Gespräch mithört und ideale Antworten vorgibt. Nutzer:innen staunen und schaudern zugleich.

"RizzGPT": Durch die Brille gesprochen

Im Video zeigen zwei Herren auf humoristische Art, wie AI unsere Zukunft beeinflussen könnte. Ein gespieltes Vorstellungsgespräch mit gezielten Fragen zur Programmiersprache React. Zugegeben, es mag vielleicht an der Performance der Schauspieler liegen, dass die Konversation als gekünstelt ausfällt, aber der vorgelesene AI-Text wirkt hingegen beinahe menschlich charismatisch. "Charisma auf Abruf" scherzen die Forscher im Post, doch genau so könnte theoretisch die Zukunft des Datings aussehen. Nie wieder peinliche Stille oder stottern beim Date!

Beim Thema Online-Dating sieht die Sache jedoch bereits anders aus: Seit Jahren schon gibt es Intelligenzen, die den sogenannten Turing-Test bestehen können. Der Test soll ermitteln, ob eine erschaffene Intelligenz zu täuschend menschenähnlicher Konversation fähig ist. Da Online-Dating hauptsächlich über Text funktioniert, ist es denkbar, dass manche von uns schonmal mit einer AI auf Tinder oder Bumble konversiert haben.

Nutzer:innen kommentieren, dass die Verwirklichung von Konzepten aus der Kultserie "Black Mirror" bald in greifbare Nähe rücken könnte. Gleichzeitige ziehen Furcht und Faszination durch die Kommentare, denn die zukunftsorientierte Sci-Fi-Serie zieht nicht nur positive Bilanzen, was unsere Zukunft mit AI und Technologie im Allgemeinen belangt. Doch Twitter ist nicht allein mit der Ehrfurcht vorm Fortschritt der gekünstelten Intelligenz.

Elon Musk & Co. fordern Forschungsstopp für AI

In einem offenen Brief wendet sich Twitter-CEO Elon Musk, gemeinsam mit dem "Future Of Life Institute" an die forschende Gemeinschaft, mit der Bitte: "Wir rufen alle AI-Labore zu einer 6-monatigen Trainingspause auf für AI-Systeme, deren Potenzial GPT-4 übersteigt." Das rechtliche und bürokratische Umfeld für einen gewissenhaften Umgang mit AI sei noch nicht geschaffen, Gefahren und Unsicherheiten sollen aus dem Weg geräumt werden, bevor die Forschung noch mächtigere Intelligenzen hervorbringt, die menschenähnlich Aufgaben automatisieren.

"Sollten wir zulassen, dass Maschinen unsere Informationskanäle mit Propaganda und Unwahrheiten überfluten? […] Sollen wir nicht-menschliche Intelligenzen entwickeln, die uns irgendwann zahlenmäßig überlegen, überlisten, überflüssig machen und ersetzen könnten?", lautet der Brief weiter. Entscheidungen wie diese dürfe man nicht ungewählten Tech-Mogulen überlassen.

Das nächste globale Wettrüsten scheint begonnen zu haben. Seitdem die künstliche Welle losgetreten wurde, überschlagen sich die Durchbrüche beinahe täglich. Es bleibt gespannt abzuwarten, ob die technischen Neuerungen der nächsten Jahre uns eher dem Untergang oder der Rettung nahen. 

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