Bettwanzen-Plage in Frankreich: Vergiftungen durch Insekten-Gift

Bettwanzen saugen Blut und sondern dabei ein Sekret ab, das Juckreiz auslöst
Frankreich wird weiterhin von Bettwanzen geplagt. Immer mehr Menschen greifen daher auf Insekten-Gift zurück. Doch ist fatal!

In Frankreich treiben seit einiger Zeit unzählige Bettwanzen ihr Unwesen. In der Metro, in Zügen, Kinos oder Hotels – Berichte über Bisse und zahlreiche Social Media-Videos scheinen das vermehrte Aufkommen zu beweisen. Die Bevölkerung ist verunsichert und möchte die Blutsauger natürlich so schnell es geht bekämpfen.

Achtung vor Vergiftung

Deshalb wird oft voreilig auf teils sehr giftige Pestizide zurückgegriffen, die im schlimmsten Fall zum Tod führen können. Der französischen Umweltschutzbehörde sind aus den vergangenen fünf Jahren mehr als 200 Todesfälle durch Insektenmittel-Vergiftung bekannt. Insbesondere das Insekten-Gift "Sniper 1000“, das bereits verboten wurde, führt zu Atemwegslähmungen. In manchen Geschäften in Paris und Umgebung ist das Mittel aber weiterhin erhältlich. 

Wie verhält man sich richtig?

Zunächst ist es wichtig, Ruhe zu bewahren. Bettwanzen sind im Vergleich zu anderen Insekten keine Krankheitsüberträger. Falls ihr gerade vom Urlaub zurückgekehrt seid, solltet ihr aber bereits erste Maßnahmen treffen.

  • Den Koffer in der Badewanne öffnen
  • Kleidungsstücke untersuchen: Bettwanzen kommen häufig auf Textilien vor
  • Kleidung bei 60 Grad waschen: Auch wenn ihr keine Tiere mit freiem Auge erkennt, kann es sein, dass sich Eier auf der Kleidung befinden
  • Koffer reinigen: Mit herkömmlichen Reinigern können Oberflächen von den Eiern entfernt werden

Zimmer untersuchen

Falls die Befürchtung besteht, dass sich die Insekten bereits im Zimmer eingenistet haben, sollte man diese/s gründlich untersuchen.

  • Laken und Bettwäsche: Textilien sollten unbedingt gewaschen werden
  • Holzleisten: Oft verstecken sich Bettwanzen untertags in Ritzen, deshalb ist es ratsam, Holzleisten abzuschrauben und dort nachzusehen
  • Bücher und kleine Gegenstände: Auch Bücher und kleinere Gegenstände bieten den Blutsaugern gute Verstecke

Großer Befall

Solltest du tatsächlich zahlreiche Insekten feststellen, ist die Sache leider etwas tricky. So solltest du in diesem Fall vorgehen:

  • Alle Textilien bei 90 Grad waschen
  • Kleinere Gegenstände im Tiefkühler einfrieren. Ab minus 15 Grad sterben die Insekten nach spätestens 3 Tagen ab
  • Räume ordentlich saugen und reinigen. Anschließend die Staubsauger-Beutel schnellstens entfernen
  • Hitzeunempfindliche Gegenstände im Backrohr bei 55 Grad für mindestens eine Stunde erhitzen
  • Im Härtefall muss jedoch der Kammerjäger/die Kammerjägerin verständigt werden.

Tipps von der Expertin

Die erfahrene Schädlingsbekämpferin Kamila Anna Horvath-Karwas, die in ganz Österreich im Einsatz ist, zeigt sich alarmiert. Die Bettwanzen breiten sich rasant aus - ein einzelnes Weibchen kann eine ganze Population begründen. Oftmals werden Bettwanzen nicht rechtzeitig erkannt, weil ein Hautausschlag nicht immer sofort auftritt. Ein Indiz für einen Befall von Bettwanzen können jedoch Kotspuren im Bett sein. Eine rasche und effektive Bekämpfung der Bettwanzen ist jedenfalls notwendig, um eine Ausbreitung zu unterbinden. 

  • Horvath-Karwas rät grundsätzlich nach der Rückkehr davon ab, Reisegepäck in das Schlafzimmer zu tragen. Nicht übersehen werden sollte, dass Bettwanzen nachtaktiv sind und daher unter dem Tag nicht zu entdecken sind. 
  • Viele unterschätzen Bettwanzen und vernachlässigen, dass sie auch über Sitze in öffentlichen Verkehrsmitteln in die eigenen vier Wände eingeschleppt werden können. 
  • Horvath-Karwas empfiehlt bei einem Verdacht eines Bettwanzenbefalles einen Schädlingsbekämpfer zu kontaktieren, um eine weitere Ausbreitung rasch zu unterbinden. Sind Bettwanzen schon länger aktiv, dann breitet sich in den Räumlichkeiten ein süßlicher Geruch aus
  • Grundsätzlich empfiehlt die Schädlingsbekämpferin regelmäßig die Bettwäsche zu wechseln. 
  • Ätherische Öle oder Duftkerzen können eine Ausbreitung kurzfristig eindämmen. Darüber hinaus sollte man darauf achten, dass das Bett keinen direkten Kontakt zur Wand hat, da Bettwanzen nicht fliegen können. 

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