Immer mehr Österreicher:innen leiden unter Eisenmangel

Eisenpräparate können Magenschmerzen verursachen
Zahlreiche Menschen sind von Eisenmangel betroffen. Das neue Informationsportal eisencheck.at möchte Bewusstsein schaffen.

Am 25. November ist  Internationaler Eisenmangel-Tag. Eisenmangel ein weltweites Gesundheitsproblem, das insbesondere Frauen betrifft. Die Folgen können weitreichend sein und das allgemeine Wohlbefinden erheblich beeinträchtigen.

Welche Symptome gibt es?

Chronische Müdigkeit, Konzentrationsmangel und Schlafstörungen: die gravierendsten Symptome von Eisenmangel ähneln jenen einer Depression, deuten aber auch auf Schilddrüsenprobleme hin. Häufigste Ursache ist allerdings Eisenmangel, der sich auch durch Haarausfall, brüchige Nägel und Blässe manifestieren kann. Es stehen gut wirksame Therapien zur Verfügung - in knapp einer dreiviertel Stunde kann via Eiseninfusion ein nicht selten über Jahre schleichend entstandener Mangel behoben und die Lebensqualität sprunghaft verbessert werden. "Das ist die schönste Therapie, die wir anbieten können" meinte Internist Bernhard Angermayr. Müdigkeit sei kein Schicksal - und kann nicht immer "ausgeschlafen" werden. Allerdings können viele erhebliche Gesundheitseinschränkungen oft schnell, effizient und mit wenig Nebenwirkungen behoben werden, erläuterte die Allgemeinmedizinerin und Eisenexpertin Doris Gapp.

Ursachen und Risikogruppen des Eisenmangels 

Eisenmangel entsteht durch eine Kombination verschiedener Faktoren, die die Aufnahme und den Bedarf von Eisen im Körper beeinflussen. Zu den Hauptursachen zählen eine unzureichende Eisenaufnahme durch die Ernährung, eine gestörte Aufnahme im Darm aufgrund von Erkrankungen wie Morbus Crohn oder Zöliakie, oder die Verwendung von Magensäureblockern, die die Eisenaufnahme beeinträchtigen können. Ein erhöhter Eisenbedarf entsteht in Phasen wie Schwangerschaft oder bei intensivem Sport, während erhöhte Eisenverluste häufig durch starke Menstruation oder chronische Blutverluste im Magen-Darm-Trakt bedingt sind.
Besonders gefährdet für einen Eisenmangel sind:
•    Frauen im gebärfähigen Alter, die durch Menstruation regelmäßig Eisen verlieren.1 2
•    Patient:innen mit chronischen Krankheiten, bei denen die Eisenaufnahme gestört ist. 
•    Sportler:innen, die durch erhöhte körperliche Aktivität mehr Eisen benötigen.2  
•    Senior:innen, die aufgrund von Ernährungsgewohnheiten, Verdauungsproblemen und Medikamenteneinnahme gefährdet sind.


 

Eisenmangel-Therapie nicht konsequent durchgezogen

Laut Umfrage wurde zwar bei 60 Prozent der Patient:innen, die einen Arzt aufsuchten, eine Blutabnahme mit Bestimmung des Eisenwertes durchgeführt, die wenigsten erhielten aber eine gezielte Eisenmangeltherapie. Verabreicht man Eisen oral, werden bis zu 90 Prozent wieder ausgeschieden. Außerdem nehmen nur weniger als die Hälfte der Patienten verordnete Tabletten oder Kapseln ausreichend lange und regelmäßig, was für einen Ausgleich des Mangels aber zwingend erforderlich wäre. "Diese Medikamente führen häufig zu einer Dunkel-Verfärbungen des Stuhls, Übelkeit oder Verstopfung und viele Patienten brechen deswegen die Einnahme vorzeitig ab. Außerdem sollten sie auf nüchternen Magen eingenommen werden und gewisse Lebensmittel vermindern die Aufnahme.

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