"INVOcell" heißt das medizinische Wundergerät, welches ein Kind mit zwei biologischen Müttern ermöglicht. 

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Kind mit zwei Müttern: Zweiter "INVOcell"-Erfolg weltweit

Ein lesbisches Paar in Spanien bekam ein gemeinsames Kind, welches beide Mütter getragen haben.
Dario Bojic

Jedes Kind auf dieser Welt hat zwei biologische Eltern. Was aber, wenn ein Kind drei biologische Eltern hat? Mithilfe der "INVOcell"-Methode ist das möglich. Erstmals in Europa und zum zweiten Mal weltweit wurde ein Kind auf diesem Weg gezeugt und geboren: Das lesbische Paar Estefania und Azahara aus Spanien hatte sich im März dieses Jahres an eine Fruchtbarkeitsklinik gewandt. Knapp ein Jahr und eine künstliche Befruchtung später können die beiden Frauen ihr gemeinsames Kind in den Armen halten: Der kleine Derek Eloy ist "indy100" zufolge mit etwas mehr als drei Kilogramm zur Welt gekommen.

Doch wie funktioniert der biologische Prozess der Befruchtung mit drei Eltern?

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Warum künstliche Befruchtung?

Auf der deutschen Website einer spanischen Klinik für Fruchtbarkeit findet man folgenden Text:

"Partnerschaften, Eheschließungen und der Kinderwunsch homosexueller Paare sind zu einem selbstverständlichen Teil einer aufgeklärten und toleranten Gesellschaft geworden. Männer lieben Männer, Frauen lieben Frauen. So einfach kann es sein. Wie groß die Sehnsucht nach einem Baby sein kann, erleben wir täglich in unseren IVI Kliniken in Spanien. Die Zahl lesbischer Paare, die sich bei uns Hilfe erhoffen, wächst stetig. Ja, und wir können helfen. Mit einer speziellen Methode, an der sich beide Frauen aktiv an einer künstlichen Befruchtung beteiligen können."

Wie kann ein Kind drei biologische Eltern haben?

Die spezielle Methode wird "ROPA-Methode" genannt, als Abkürzung für „Reception of Oocytes from Partner“, also "Erhalt von Eizellen der Partnerin". Eine gängige Methode, doch wurde sie mit "INVOcell" nochmals verbessert.

In diesem konkreten Fall lief es so ab: Der 27-jährigen Azahara wurden fruchtbare Eizellen entnommen, welche ihr später gemeinsam mit Samenzellen eines Spenders in einem INVOcell-Gerät wieder eingesetzt wurden. Man darf sich das Gerät ähnlich wie eine Kapsel vorstellen. Nach ein paar Tagen Inkubationszeit, in der aus den Ei- und Samenzellen Embryos wachsen, werden diese nach einer gründlichen Prüfung bei der austragenden Partnerin eingesetzt.

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Estefania erklärte einer lokalen Zeitung: "Jetzt sehe ich ihn an, meine Partnerin und ich sehen uns an, und wir spüren, dass es etwas ist, das in uns beiden steckt, etwas, das wir gemeinsam geschaffen haben." Die beiden Frauen sollen insgesamt etwa knapp 5.000 Euro aus eigener Kasse für die Behandlungen, Medikamente und Aufenthalte in der Klinik gezahlt haben.

In Frankreich, England, Spanien, Niederlande, Belgien, Tschechien, Slowakei, Polen, Ukraine und auch in Österreich ist diese Art von Behandlung übrigens legal. In Deutschland, der Schweiz und der Türkei beispielsweise nicht.