Krankenstände in Österreich

Unsplash Kelly Sikkema

Krankenstand: An diesem Tag melden sich die meisten krank

Gibt es einen Tag, an dem überdurchschnittlich viele Personen in Österreich krank sind?

Wer kennt es nicht: Die unsäglichen Tage und Wochen, in denen gefühlt "jede Person" krank ist. Natürlich ist das faktisch so nicht richtig, unsere Wahrnehmung zeigt aber schon an, dass es tatsächlich Zeiten gibt, in denen statistisch gesehen mehr Menschen krank sind als in anderen.

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Der erste Montag im Februar

In Großbritannien wird sogar jedes Jahr der "National Sickie Day", also der Tag an dem die meisten Personen im Land krank sind oder "krank machen", ausgerufen. Das ist rein statistisch laut "metro" der erste Montag im Februar. 2024 fiel das also auf den 5. Februar. Aber wie sieht es hierzulande aus? 

Krankenstände in Österreich

Auf Anfrage von k.at erklärte die Pressestelle der Österreichischen Gesundheitskasse, dass sich die krankheitsbedingten Fehlzeiten nicht regelmäßig auf das Jahr verteilen. "Aufgrund der Grippewelle sind die Wintermonate, hier der Beginn des Jahres, jene Zeit mit den höchsten Krankenstandsmeldungen. Während des Frühlings und des Sommers nimmt die Anzahl der Neuzugänge in den Krankenstand ab. Im Herbst steigen die Zahlen wieder." Dies beziehe sich nur auf Daten der ÖGK-versicherten Arbeitnehmer:innen sowie auf als arbeitslos gemeldete Personen.

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Kaum Krankschreibungen am Wochenende

Dass der Tag, an dem statistisch die meisten Menschen krank sind, aber auch in Österreich (wie in Großbritannien) wahrscheinlich ein Montag ist, erklärt sich laut der ÖGK folgendermaßen: "Es entfallen kaum Krankschreibungen auf das Wochenende, dafür aber umso mehr auf einen Montag. Die Gründe: Ordinationen werden nur im Notfall am Wochenende aufgesucht, sondern melden den Krankheitsfall erst am Montag. Erfahrungsgemäß nimmt die Zahl der Krankenstandsmeldungen im Wochenverlauf ab."

Covid-19 und die Statistik

Vor allem Erkrankungen durch Covid bringen die Daten mächtig durcheinander. Diese waren in Österreich nämlich erst ab Frühherbst 2022 als Krankenstand zu melden, sofern die erkrankte Person arbeitsunfähig war. Gab es keine Symptome, schienen diese Covid-Fälle nicht in der Statistik der ÖGK auf. Wie die Pressestelle ausführt: "Seit 1. Juli 2023 gilt Covid-19 nicht mehr als meldepflichtige Erkrankung, wodurch auch weniger getestet wird."

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Krank zur Arbeit heißt Präsentismus

Wie viele Menschen also tatsächlich gleichzeitig krank sind, lässt sich aber nicht nur durch Covid schwer einschätzen. Die Dunkelziffer an Personen, die krank trotzdem arbeiten gehen, ist ebenfalls nicht zu unterschätzen. Wie die Arbeiterkammer erklärt, hat diese Praxis sogar einen Fachbegriff: Präsentismus.

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Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Krankheitstag am Arbeitsplatz verbracht wird, liege laut der Umfrage der Arbeiterkammer bei unglaublichen 52,2 Prozent. Präsentismus-Forschung gewinnt erst seit 20 Jahren an Relevanz, da es langfristig mit Folgeerkrankungen, chronischen Erkrankungen und Burnout in Verbindung gebracht wird. Deshalb solle man besser darauf hören, wenn der Körper nach Ruhe verlangt. Neben persönlicher Gesundheit hat nämlich auch der:die Arbeitgeber:in etwas davon, wenn es den Mitarbeitenden gut geht.