"Black History Month": Österreich rassistischstes Land in der EU

Bernice King will ihren Kampf nicht aufgeben
Der "Black History Month" ist am 29. Februar zu Ende gegangen. Fazit: Österreich ist auf Platz 1 in Bezug auf Rassismus!

Zum Ende des "Black History Month" sorgt eine neue Bilanz für Aufsehen. Auf Nachfrage der "Zeit im Bild" erklärte die Europäische Agentur für Grundrechte, dass Österreich sich "an der Spitze befindet, wenn es um Rassismus geht". Laut der Agentur haben im vergangenen Jahr zwei Drittel der Schwarzen Bevölkerung hierzulande Rassismus widerfahren. Auch Deutschland schneidet ähnlich schlecht ab, wie die Berliner Morgenpost berichtet. Betroffen seien vor allem junge Menschen. Im Gegenzug dazu lieferten Portugal, Polen und Schweden die besten Ergebnisse.

Warum Black History Month?

Die zweite Februarwoche wurde laut "History.com" nicht von ungefähr gewählt, denn zwei für die Bewegung wichtige Personen feiern in diesem Zeitraum Geburtstag. Zum einen Abraham Lincoln, dessen Präsidentschaft vom Bürgerkrieg, der Befreiung der Schwarzen Sklav:innen sowie von viel Widerstand aus dem Süden geprägt war. Zum anderen der Historiker Carter G. Woodson, der sich aktiv der Geschichtsschreibung widmete und sich als erster für einen "Black History Month" starkgemacht hat.

Der Black History Month soll die Bedeutung Schwarzer Menschen in der Geschichte der USA beleuchten. Als US-Präsident Gerald Ford den Monat 1976 offiziell einführte, rief er das Volk dazu auf: "Die Möglichkeit zu nutzen, um die zu oft versäumten Errungenschaften von Schwarzen Amerikanern in jeder Bemühung unserer Geschichte zu ehren."

Ein weiterer Punkt, der für die Notwendigkeit eines Black History Month spricht, ist die kulturelle Identität der Schwarzen Bevölkerung in den USA (und auch weltweit). Diese wurde lange Zeit unterdrückt, oftmals gar verboten. Wenn sich Schwarze Jugendliche mit der Geschichte ihrer Herkunft auseinandersetzen, kann dies nicht zuletzt Fragen der persönlichen und sozialen Identität klären. Außerdem ist die Richtigstellung der eurozentrischen Geschichtsschreibung ebenfalls ein Anliegen der Initiator:innen.

Der Black History Month heute

Von den ersten Sklav:innen, die in das Land verschleppt wurden, bis hin zu jeder Schwarzen Person, die heute in den Staaten lebt: Ihnen allen ist der Black History Month also gewidmet. Jeder Erfolg, jede Errungenschaft gehört gefeiert. Einige prominente Figuren der Geschichte in Amerika werden besonders geehrt, zum Beispiel der legendäre Dr. Martin Luther King Jr., der sich für ein besseres Leben für alle einsetzte und den gewaltfreien Widerstand im Rahmen der Bürgerrechtsbewegung lebte.

Weitere prominente Kämpfer:innen der US-Bürgerrechtsbewegung dsind der erste Schwarze Richter am Obersten Gerichtshof der USA, Thurgood Marshall, die erste afroamerikanische Astronautin Mae Jemison, die Mutter der Bürgerrechtsbewegung,, Rosa Parks, sowie viele weitere, die ihr Leben dem Kampf gegen den Rassismus gewidmet haben.

Zusätzlich hat der Monat jedes Jahr ein Motto, das diesjährige lautet "Black Resistance". Wenn du an Live-Events teilnehmen oder dich weiter über Aktuelles informieren möchtest, gibt es eine offizielle Seite der US-amerikanischen Ministerien dafür.

Black History Month in Österreich

Während es in Österreich keinen offiziellen Black History Month gibt, hindert dich nichts daran, ein Teil der Bewegung gegen Rassismus zu sein. Informiere dich in diesem Monat, lies nach, frag nach und schätze alle Einflüsse, die die afroamerikanische Kultur auch auf unsere hat. Denn: Schwarze Geschichte ist auch Österreichische Geschichte, gerade weil Rassismus in Österreich bis heute ein Problem ist.

Wenngleich schon viel Aufarbeitung geschehen ist, erhalten rechte Politiker:innen noch immer viel Zuspruch in Österreich. Auch ein gewisses "koloniales Erbe" ist nicht zu leugnen. Jüngste Entwicklungen in rechtsextremen Millieus rund um Parteien wie die deutsche AfD und die heimische FPÖ sind Grund zur Sorge.  Dabei sollte man nicht vergessen:  Gerade Wien war schon immer eine Weltstadt, Österreich in seiner Geschichte stets ein Land mit ethnischer und kultureller Vielfalt.

Veranstaltungen rund um den Black History Month in Österreich findest du auch hier!

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