EU-Wahl 2024: Wer sind die Spitzenkandidat:innen?

Ein Brief wird in eine Wahlurne gesteckt
Zwischen 6. und 9. Juni findet wieder die EU-Wahl statt. Wer sind die Spitzenkandidat:innen der Parteien?

Es wird wieder gewählt. Im Juni wird abgestimmt, wer die zukünftigen EU-Vertreter:innen für Österreich sind. Dabei wird maßgeblich über die Ausrichtung der EU entschieden. Die Listenersten der bekannten österreichischen Parteien gelten hierfür als Spitzenkandidat:innen. Im Wahlkampf heißt es jetzt, die bereits bestehenden Mandate einer Partei im EU-Parlament zu verteidigen beziehungsweise auszubauen.

Vier von fünf Parteien setzen dafür auf Männer über 50 – die Grünen schicken eine 23-jährige Klimaaktivistin ins Rennen. Wer tritt an und wofür stehen die Spitzenkandidat:innen?

  • Reinhold Lopatka (ÖVP)
  • Andreas Schieder (SPÖ)
  • Harald Vilimsky (FPÖ)
  • Lena Schilling (Grüne)
  • Helmut Brandstätter (NEOS)

Reinhold Lopatka (ÖVP)

Den 64-jährigen Nationalratsabgeordneten kennt man in der österreichischen Politik schon sehr lange. Zuvor war er als ÖVP-Parteiobmann und Staatssekretär aktiv und ist seit 2020 österreichischer Delegationsleiter in der Parlamentarischen Versammlung des Europarates. Laut den "Salzburger Nachrichten" beschreibt Lopatka, dass das Programm "von einem optimistischen, aber auch von einem realistischen Blick gekennzeichnet" ist. Er sei gegen Überregulierung und Zentralisierung der EU. Laut ihm müsse sich die Union auf die großen Probleme konzentrieren wie Klimawandel, Wirtschaftspolitik und Sicherheit.

Andreas Schieder (SPÖ)

Bereits seit 2019 hat Schieder einen Sitz im EU-Parlament, wo er ebenfalls als Spitzenkandidat für die SPÖ antrat. Der 54-jährige Ex-Staatssekretär und Ex-SPÖ-Clubobmann sieht in der EU-Wahl 2024 laut "Vienna.at" eine "große Richtungsentscheidung" und will durch die Stärkung der sozialen Dimension, eine sozial gerechte Gestaltung des Green Deals und den Ausbau der sozialen Säule in der EU bestechen.

Harald Vilimsky (FPÖ)

Der bekannte FPÖ-Politiker Vilimsky ist seit zehn Jahren EU-Abgeordneter und hat zwei Wahlen als Spitzenkandidat bestritten. Dabei positioniert er sich durchaus kritisch gegenüber der EU, wie er erst kürzlich laut der "APA" in einer Wahlkampfrede deutlich machte. Er beschrieb einen roten Knopf, den er drücken würde, um Österreich schleunigst aus diesem "EU-Irsinn" herauszuholen. Außerdem sprach er sich für die umstrittene Remigration aus und wolle die EU "zurückbauen".

Lena Schilling (Grüne)

Es ging ein Raunen durch die Reihen, als die Grünen ihre Spitzenkandidatin verlautbarten. Schließlich handelte es sich um keine Politikerin per se, sondern um die 23-jährige Klimaaktivistin Lena Schilling, bekannt von den "Fridays For Future"-Aktionen und "Lobau bleibt". Schilling wolle sich für eine Zukunft einsetzen, "für die es sich zu kämpfen lohnt" und sich für eine "klimagerechte und soziale Wende" und gegen den Rechtsruck engagieren.

Helmut Brandstätter (NEOS)

Der ehemalige Medienmacher und Journalist Helmut Brandstätter zieht für die NEOS als Spitzenkandidat in die Europawahl ein. Bereits seit 2019 ist er Nationalratsabgeordneter und will bei der kommenden EU-Wahl den Fokus auf ein geeintes Europa, die Stärkung der Sicherheit, europäische Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich und beschleunigte Beitrittsprozesse für Kandidatenländer richten. Im Vorfeld der Wahl kritisierte Brandstätter die FPÖ und ihren Kandidaten Vilimsky stark, da diese laut ihm die EU "mit Putin die EU kaputt machen" wollen.

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