Agnes Varda: Die Großmutter der Nouvelle Vague wurde mit einem Google Doodle geehrt.

Flickr @Jean-Pierre Dalbéra

Agnès Varda: Google Doodle für Oma Nouvelle Vague

Das heutige Google Doodle ehrt Agnès Varda, eine der größten französischen Filmemacherinnen der 1950er.
Dario Bojic

Das französische Kino der 1950er-Jahre hatte sich festgefahren. Vorhersehbarkeit und mangelnde Diversität stießen bei einigen Enthusiast:innen jener Zeit sauer auf, weshalb sie sich gegen das kommerzielle "Qualitätskino" (cinéma de qualité) aufstellten. Die sogenannte "Nouvelle Vague" wurde geboren, eine neue Welle des französischen Kinos.

In ähnlichem Bestreben bemüht, und später auch die "Großmutter der Nouvelle Vague" genannt: Die Frau der das heutige Google Doodle gebührt – Agnes Varda.

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Wer war Agnes Varda?

Als eine belgisch-französische Arlette Varda geboren, fing die gelernte Fotografin die gesamte Welt mit ihrer Kamera ein. Als Fotoreporterin bereiste sie die ganze Welt und war für Zeitschriften und auch das französische Theater tätig. Doch dem nicht genug. Mitte der 50er Jahren entschied sich Varda, ihren Bildern endlich Bewegung einzuhauchen und drehte ihre ersten Spielfilme. Sie und ihre Kolleg:innen der Zeit prägten die neue Welle des Kinos jener Zeit, und veränderten das Medium langfristig. Schwierige Themen wie Politik und Liebesdreiecke (Menage-a-trois), Kriminalfilme und offene Kritik an der Gesellschaft räumten plötzlich in Cannes ab.

In ihrer langen Filmkarriere hat Varda mehr als 40 Filme gedreht, darunter Kurzfilme, Spielfilme und Dokumentarfilme über die Vielschichtigkeit des Menschen. Zu ihren bemerkenswertesten Werken gehören:

Als selbsternannte Feministin hat sie in vielen Filmen die Geschichten von Frauen zum Ausdruck gebracht. In dem 1977 gedrehten Film L'Une chante, l'autre pas, den sie als "feministisches Musical" bezeichnete, plädierte Varda für die Autonomie der Frauen.

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Sie setzte ihre kreativen Bemühungen in anderen Kunstformen fort - im Jahr 2003 stellte Varda erstmals Videoinstallationen aus. Ihre einfangenden Kunstinstallationen wurden weltweit in Städten wie Gent, New York, Peking und Paris gezeigt. Agnès Varda starb im März 2019 im Alter von 90 Jahren in Paris an Krebs, kurz nachdem sie noch einen letzten Film, Varda par Agnès, als Regisseurin veröffentlicht hatte.

Agnès Varda ging ihren eigenen Weg, indem sie ihre Filme selbst produzierte, und verkörperte damit den wahren Geist künstlerischer Unabhängigkeit und kreativen Widerstands. Darum wird sie heute geehrt!