APA - Austria Presse Agentur

Arthur Arbesser nach "Rosenkavalier" bei Mailänder Modewoche

Der Vorhang für Andre Hellers "Rosenkavalier" an der Berliner Staatsoper, für den Arthur Arbesser die Kostüme entworfen hat, ist erst vor wenigen Tagen gefallen, und schon fiebert der Wiener Designer einem weiteren wichtigen Termin entgegen: Bei der Mailänder Modewoche stellt er am Mittwoch (19. Februar) seine neue Herbst/Winter-Kollektion vor.

"In die Opernwelt einzutauchen, war wunderbar. Vor allem die Zusammenarbeit mit den vielen Künstlern und Sängern war toll, doch jetzt kehre ich gern zur Modewelt zurück, wo man in gewisser Hinsicht bei der Kreation freier ist", bilanzierte der 37-Jährige im Gespräch mit der APA.

Arbesser ist für die ausgefallenen Schauplätze bekannt, die er für seine Defilees wählt. So findet seine Modeschau diesmal in einem Mailänder Lagerhaus statt, wo Ausstattungen für Fernseh-Sets aufbewahrt werden. "Das schöne Tageslicht, das von einem Glasdach in den großen Raum fällt, sowie die Böden im Blauton haben mich überzeugt, diese Location zu wählen. Es handelt sich um einen Ort, der ein luftiges Raumgefühl verleiht und zugleich unglamourös ist und so im Kontrast zur Mode steht ", erklärte der Designer.

Im Gegensatz zu anderen Kollektionen hat sich Arbesser für seine 33 neuen Kreationen nicht von seinen Wiener Wurzeln inspirieren lassen. "Ich habe diesmal auf Mailand geblickt und mich an der Welt des Möbeldesigns und den Protagonisten dieser Branche orientiert. So werden einige Mailänder Möbeldesignerinnen und eine Kunstkuratorin, die ich als inspirierend empfinde, beim Defilee als Models dabei sein", kündigte er an.

Satte Herbstfarben wie Brauntöne und dunkles Blau sowie geometrische Drucke, die an Parkett- und Marmorböden oder an Interior Design erinnern, geben in der Kollektion den Ton an. Der Wiener arbeitet dafür mit italienischen Stofffirmen zusammen, und mit einem Freund hat er aus Wolle und Marmorstaub ein neues Material entwickelt, das für Gürtelschnallen und Knöpfe in verschiedenen Farben verwendet wird.

Wegen der Coronavirus-Epidemie werden chinesische Besucher bei der Mailänder Modemesse ausfallen. Erwartet wird eine trübere Stimmung als in den vergangenen Jahren. "Bei einer Nischenmarke wie meiner sind die Auswirkungen nicht so dramatisch wie bei einem Großkonzern wie Gucci, für den der chinesische Markt äußerst wichtig ist. Doch die Konsequenzen werden für die gesamte Branche spürbar sein. Viele Einkäufer aus China und Asien werden wegfallen", meinte der Modeschöpfer.

Nach dem Ende der Mailänder Defilees reist Arbesser nach Paris weiter, wo er seine Entwürfe vorstellt. Im Frühling wird er wieder in Wien sein. So will er auch dieses Jahr seine aktuellen Mode-Neuheiten in einem Pop-Up-Store in der Wiener City präsentieren.

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