Moma /The Sims. 2000. Will Wright for Maxis, now part of Electronic Arts, Inc

Aus Isolations-Einsamkeit: Diese Frau hat ihre Familie einfach als Sims nachgebaut

Auch eine Möglichkeit, um mit Corona-Einsamkeit umzugehen: "Die Sims" spielen.

Soziale Distanz einzuhalten bedeutet oftmals Langeweile und Lagerkoller – für viele heißt es aber auch ausgerechnet von den Menschen getrennt sein zu müssen, die einem am wichtigsten sind. Die "Vulture"-Autorin Rachel Handler hat eine ziemlich gute Methode gefunden, um mit dieser Einsamkeit umzugehen: Sie hat ihre Familie kurzerhand als Sims nachgebaut.

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Schon als Kind habe ihr das Spiel dabei geholfen, ihre sozialen Ängste zu überwinden – mit echten Menschen zu interagieren, sei ihr damals schwer gefallen, erinnert sich Handler. Anstatt sich also mit den Mädchen aus ihrer Schulklasse zu unterhalten, die ohnehin nur gemein waren, verbrachte sie ihre Zeit lieber mit Personen, die sie selbst gebaut und erfunden hatte.

Irgendwann, als sie begann, ein ausgeprägtes Interesse für Tequila zu entwickeln, verlor Handler schließlich den Spaß an den Sims – bis jetzt. In Zeiten von Corona-Isolation und Vereinsamung kann das Spiel nämlich wahre Wunder bewirken.

Wie Handler in einem auf "Vulture" veröffentlichten Text schreibt, entschied sie zunächst aus Langeweile, wieder mit "Die Sims" anzufangen. Nach einer Weile dämmerte ihr jedoch, dass sie sich nicht danach sehnte, Computerspielfiguren in Pools zu ertränken, sondern vielmehr nach dem ganz normalen, alltäglichen Leben. Also baute sie kurzerhand eine "Sims"-Version ihrer eigenen Familie.

Handler selbst wohnt in New York, ihre Familie, die sie seit Dezember nicht mehr gesehen hat, lebt in Chicago. Die virtuelle Version ihrer Familie beim ganz normalen Leben zu beobachten, habe ihr ein beruhigendes Gefühl vermittelt. An einem Punkt habe ihr Sim-Vater ihre Sim-Schwester umarmt – Handler beschreibt die unerwartet emotionale Situation: "Ich fühlte einen stechenden, kurzen Schmerz in meiner Brust, weil ich mich fragte, wann ich meinen echten Vater wieder umarmen können werde." Wir alle gehen anders mit unserer Isolation um – "Die Sims" scheinen jedenfalls nicht der schlechteste Weg zu sein.

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