Kelia Anne MacCluskey / Universal⁠ Music

Billie Eilish spricht über ihre viralen Tanktop-Fotos aus 2020

Billie Eilish erklärt, wie sie sich gegen Bodyshaming wehrt – und erinnert sich dabei an Bilder, die sie in einem Tanktop zeigten.

Anfang der Woche sorgte Billie Eilish für Aufregung, als sie das aktuelle Cover für das britische "Vogue"-Magazin auf Instagram teilte. Die 19-Jährige zeigte sich bisher immer in weiter Kleidung, doch setzte bei diesem Fotoshooting auf Korsett und Strapse. Billie trug die weiten T-Shirts und Hosen vor allem deshalb, um sich vor Bodyshaming und der Sexualisierung ihres Körpers zu schützen. Nun möchte sie sich die Kontrolle über ihren Körper zurückholen.

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Paprazzi-Bilder sorgten für Beschimpfungen im Netz

2019 erklärte der Superstar in einer Kampagne für Calvin Klein: "Ich möchte nicht, dass die Welt alles über mich weiß. Deshalb trage ich große, weite Kleidung. Niemand kann eine Meinung haben, weil man nicht sieht, was darunter ist. Niemand kann sagen: 'Oh, sie ist schlank, sie hat einen flachen Arsch, sie hat einen fetten Arsch. Niemand kann so etwas sagen, weil sie es nicht wissen.'" Billie sprach sich häufig darüber aus, dass besonders weibliche Popstars in der Musikbranche mit der Sexualisierung ihrer Körper zu kämpfen haben.

Der Reiz, einen Blick auf Billies Körper zu erhaschen, wurde dennoch immer größer – 2020 spitzte sich die Situation zu, als Paparazzi-Fotos von Eilish in einem engen Tanktop viral gingen. Auf Twitter häuften sich Beschimpfungen, die vor allem gegen den Körper der Sängerin gerichtet waren.

Unzählige Twitter-NutzerInnen und Fans der Musikerin verteidigten sie im Netz. Wie "musikexpress" berichtete, habe sich Billie in dieser Zeit "gehasst" gefühlt. Deswegen beschloss die Sängerin keine Kommentare im Internet mehr zu lesen. Diese würden "ihr Leben ruinieren", hieß es.

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Mit dem Gedicht "Not My Responsibility" (zu Deutsch: nicht meine Verantwortung) erklärte Billie, dass die fremden Meinungen über ihren Körper nicht in ihrer Verantwortung liegen. "Wenn ich trage, was bequem ist, bin ich keine Frau. Wenn ich meine Kleidung ablege, bin ich eine Schlampe", sagte sie in dem YouTube-Video. "Obwohl sie meinen Körper nie gesehen haben, beurteilen sie ihn trotzdem und verurteilen mich dafür. Warum?" 

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Billie übernimmt die Kontrolle über ihren Körper

Die Sängerin erinnerte sich bereits in einem "Vanity Fair"-Interview daran zurück, dass sie vor drei Jahren eine "schreckliche" Beziehung zu ihrem Körper hatte und dabei "nicht wirklich gegessen" sowie sich "regelrecht ausgehungert" habe. Eilish war froh, dass die Tanktop-Fotos nicht genau zu dieser Zeit viral gingen. Als sich der Vorfall 2020 schließlich ereignete, habe sie gedacht, dass andere Menschen ihren Körper nicht ausstehen können: "Ich dachte, dass ich die Einzige wäre, die mit dem Hass auf meinen Körper zu kämpfen hat, aber ich schätze, das Internet hasst meinen Körper auch", erklärte sie.

Im "Vogue"-Interview ging sie nun erneut auf die Veröffentlichung der Fotos ein und erklärte, dass sie nicht nur die Kritik an ihrem Körper störte – tatsächlich war es das Lob, das sie erhielt, was sie wütend machte. "Es hat mich wirklich beleidigt, dass die Leute sagten: 'Gut für sie, dass sie sich in ihrem üppigen Körper wohlfühlt'", erklärte Billie. "Gut für mich? F--k off!"

Eilish setzte mit dem "Vogue"-Fotoshooting und dem Cover einen wichtigen Schritt, sie übernimmt nun die Kontrolle über ihren Körper und entscheidet selbst, wann sie ihn in weite Klamotten oder ein Korsett hüllen möchte. "Plötzlich bist du eine Heuchlerin, wenn du deine Haut zeigen willst, du bist einfach zu haben, eine Schlampe und eine Hure. Wenn ich das bin, dann bin ich stolz darauf. Ich und all meine Mädels sind Huren und pfeifen drauf, wisst ihr?", erklärte die Musikerin in der Coverstory für die britische "Vogue".

Billie betonte, dass man "nicht weniger Respekt" verdiene, wenn man sich entscheidet, Haut zu zeigen oder nicht. "Es geht nur darum, was dir ein gutes Gefühl gibt. Wenn du dich operieren lassen willst, dann geh und lass dich operieren. Wenn du ein Kleid tragen willst, von dem jemand denkt, dass du darin zu breit aussiehst, f**k it – wenn du das Gefühl hast, dass du gut aussiehst, siehst du gut aus", erklärte die Musikerin in der "Vogue"-Coverstory weiter.

Die Songwriterin wusste, dass die Fotos "scheiße aussehen könnten", doch das Fotoshooting hätte ihr auch dabei geholfen, "sich mehr wie eine Frau zu fühlen" und eine positivere Sicht auf ihren Körper zu entwickeln. "Es geht darum, sich diese Macht zurückzuholen, sie zur Schau zu stellen und sie nicht auszunutzen", sagte sie weiter. "Ich lasse mich nicht mehr besitzen."