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"Cluttercore" als TikTok-Trend: Maximalismus für's Eigenheim

Schluss mit geradlinigem Minimalismus! Der neueste Interior-Trend feiert maximale Dekoration.

Wer dieser Tage auf TikTok scrollt, der staunt nicht schlecht – sah man zu Anfang der Pandemie noch vermehrt minimalistische Wohnräume und Raumkonzepte, so werden unsere Reize mittlerweile fast überflutet.

Man stelle sich ein Schlafzimmer vor, in dem neben einem Bett noch Hunderte Bücher gestapelt stehen, mehrere überdimensionale Spiegel an den Wänden hängen, Sammlungen von antiken Büsten im Raum positioniert wurden und außerdem Pflanzen in allen Größen und Farben Platz finden.

"Cluttercore" beschreibt einen neuen Interior-Trend, der maximale Dekoration feiert. Ist das Kitsch oder kann das weg?

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Marie Kondo Who?

Wie "Architectural Digest" beschreibt ist "Cluttercore" ein organisiertes Chaos, bei dem persönliche Objekte im Vordergrund stehen und fast schon religiös gehuldigt werden. Kuratiert werden skurrile und besondere Deko- sowie Gebrauchsgegenstände, die man übereinanderstapelt oder fein säuberlich drapiert.

So wird das eigene Wohnzimmer zur Wunderkammer, bei der es viel zu entdecken gibt. Denn die Frage: "Does it spark joy?" (nach der altbekannten KonMari-Methode von Aufräum-Profi Marie Kondo) wird hier einfach immer mit einem lauten Ja beantwortet.

 

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Mit Kitsch zum cozy Eigenheim

Speziell seit der Pandemie ist "Cluttercore" groß gefragt. Schließlich haben uns zahlreiche Lockdowns in unsere eigenen vier Wände verbannt und uns zum Hamstern motiviert. Vorbei sind die Zeiten, in denen wir schmucklose Betonwände und Chrom sehen wollten.

Mittlerweile dürfen auch Kabel sichtbar liegen bleiben – solange es nur viele davon sind, die theoretisch als verworrenes Kunstobjekt durchgehen könnten. Mehrere bunte Teppiche, verschiedene Stehlampen und Blumen machen ein Zuhause gemütlich. Also genau der Anspruch, den man hat, wenn man sich in den eigenen vier Wänden so richtig wohlfühlen möchte.

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Maximalismus ungleich Nachhaltigkeit?

Denkt man an das Thema Nachhaltigkeit, ist "Cluttercore" wahrscheinlich genau die gegenteilige Denkschule. Mehr Objekte ergeben mehr Produktion und in Folge auch mehr Abfall. Jedoch – wieviel hat der Minimalismus denn wirklich dafür getan Ressourcen zu sparen?

Bei "Cluttercore" geht es vor allem darum bereits gebrauchte oder antike Objekte zu sammeln, weniger darum neue Dinge zu erstehen. Sich durch Wühltische zu graben als Hobby entdecken! Ein Ausflug zum Flohmarkt ist zudem noch nachhaltig und macht Spaß.