Background: CC0 Pixabay, Screenshot via Twitter

Das Internet macht einen möglichen dritten Weltkrieg zum Meme

Die Angst vor einem erneuten Weltkrieg treibt das Internet in den Meme-Wahnsinn.

Wie das Internet auf Ereignisse aller Art reagiert, wissen wir inzwischen. Österreich wählt den Nationalrat? Memes. Lizzo hat eine Handtasche in der Größe eines Daumens? Memes! Der Papst watscht eine aufdringliche Katholikin? Auf jeden Fall Memes.

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Auf TikTok, Instagram oder Twitter ist die sofortige Memefication von allem, was irgendwie verwertbar ist, mittlerweile gang und gäbe. (Und wenn wir sagen alles, dann meinen wir auch alles.) Als nach der Tötung des iranischen Generals Soleimani durch die USA dann der Hashtag #WWIII weltweit zu trenden begann, war es sicher grotesk, aber wenig überraschend, dass es nicht lange dauerte, bis die ersten Weltkriegs-Memes eintrudelten.

Dass sich diese verharmlosende Kriegs-Spöttelei ausgerechnet jetzt auf Social Media ausbreitet, wo vor Kurzem noch ein ausgewachsener Aufschrei durch den deutschsprachigen Raum ging, weil Greta Thunberg in einem Zug auf dem Boden saß, finden einige Twitter-UserInnen fragwürdig.

Auch der Umstand, dass das Internet sich über einen möglichen Krieg lustig macht, während Australien buchstäblich brennt, stößt auf berechtigte Kritik.

Trotzdem wurden unsere Timelines geflutet von Camouflage-Outfits, Versuchen, dem Militärdienst zu entkommen, und so ziemlich jedem Witz, der im Zusammenhang mit einem bevorstehenden Krieg gemacht werden kann. Sogar Carrie Bradshaw musste für ein Meme herhalten.

Daran, dass die Aussicht auf einen Krieg aber nun mal alles andere als eine Witzvorlage ist, erinnerten einzelne UserInnen, indem sie Fotos von realen Kriegsstätten teilten und mahnten: "Krieg ist kein Witz. Krieg ist kein Meme."

Warum NutzerInnen dennoch Kriegs-Memes posten, hat "Insider" versucht zu erklären: Menschen fühlen sich hilflos, betäubt und verängstigt – Memes sind für viele ein Mechanismus, um damit klarzukommen.

"Es gibt nichts, was ich oder die Mehrheit der Twitter-UserInnen tun können, um dieses Problem zu lösen, außer rumsitzen, warten und sehen, was passiert. Humor ist eine gute Art, um diesen Stress abzubauen", so ein User gegenüber "Insider".

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