Die Scheinheiligkeit hinter Natalie Portmans Oscar-Kleid

Natalie Portman spricht über ein Dilemma, mit dem sie während des "Vox Lux"-Drehs kämpfte.
Bei der Oscar-Verleihung wollte Portman mit ihrem Kleid daran erinnern, dass nur Männer in der Kategorie "Beste Regie" nominiert wurden.

Die Schauspielerin ließ auf den Saum des Umhangs die Namen von Regisseurinnen sticken, darunter auch "Little Women"-Regisseurin Greta Gerwig. Damit wollte sie an die Frauen erinnern, "deren unglaubliche Arbeit in diesem Jahr nicht anerkannt wurde".

Auch bei den Golden Globes 2018 machte Portman bei der Verkündung der Nominierten in der Kategorie "Beste Regie" auf des Problem in Hollywood aufmerksam: "And here are the all male Nominiees", sagte sie. Um sich für Frauenrechte und Gleichberechtigung in der Unterhaltungsindustrie stark zu machen, gründete Natalie Portman gemeinsam mit ihrem Ehemann eine eigene Produktionsfirma, die vor allem Frauen im Film fördern soll.

Das Problem: Beim Großteil der Filme von Handsomecharlie Films führten bisher fast ausschließlich Männer Regie. Laut "IMDb" produzierte das Unternehmen acht Filme, darunter Titel wie "Freundschaft Plus" (Regisseur: Ivan Reitman), "Stolz und Vorurteil & Zombies" (Regisseur: Burr Steers) oder "Die Unbeugsame – Jane Got A Gun" (Gavin O'connor). Bei sechs Filmen führten Männer Regie – bei zwei war Portman selbst am Werk.  

Bereits vor der Oscar-Verleihung wurde die mangelnde Vielfalt in den sozialen Netzwerken kritisiert, etwa unter dem Hashtag #OscarsSoMale. Mit ihrem Auftritt hat Natalie Portman zwar auf ein wesentliches Problem aufmerksam gemacht, im selben Atemzug unterstützt sie mit ihrer Produktionsfirma männliche Regisseure. 

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