Screenshots via melovaz.net

Diese Streaming-Plattform macht Frauen unsichtbar

Fans sind erzürnt: Der iranische Streamingdienst Melovaz entfernt weibliche Künstlerinnen von Covern.

Dass Artworks weiblicher Künstlerinnen für andere Märkte oftmals abgeändert werden, ist soweit kein Geheimnis – für den Verkauf im Nahen Osten etwa werden die CD-Cover von Madonna, Kylie & Co. oftmals nachträglich so bearbeitet, dass weniger Haut zu sehen ist.

Dass weibliche Musikerinnen allerdings gänzlich von ihren eigenen Covern verschwinden, ist neu. Auf Twitter machen gerade Screenshots der iranischen Streaming-Plattform Melovaz die Runde – und sorgen für Aufregung unter Fans.

Zwar wird die Musik von Taylor Swift oder Cardi B auf der Website angeboten, die zugehörigen Cover aber wurden so bearbeitet, dass die Frauen nicht mehr zu sehen sind. Auf dem Artwork zu Taylor Swifts "Lover" bleibt demnach nur ein wolkiger Himmel übrig, das Bett am Albumcover von Billie Eilish steht mit einem Mal leer.

Besonders absurd wird es, wenn auf der ursprünglichen Version neben einer Frau auch ein Mann zu sehen ist, und Bradley Cooper auf dem Cover des "A Star Is Born"-Soundtracks plötzlich ganz alleine dasitzt – neben ihm nur abstrakt wirkende Nebelschwaden, die einmal Lady Gaga waren. 

Ein User merkt an, dass es sich bei Melovaz um eine inoffizielle Plattform handelt und weibliche Künstlerinnen auf den meistgenutzten Streamingdiensten im Iran sowie auf physischen CD-Covern sehr wohl zu sehen sind. Der Vorwurf, Melovaz sei sexistisch und misogyn, wird aber auch dadurch nicht leiser.

Währenddessen reagieren sogar betroffene Künstlerinnen auf die bearbeiteten Cover: Rapperin Iggy Azalea höchstpersönlich twitterte, dass die Menschen hinter der Plattform selbst die Angeschmierten wären: "Ich habe in jeden Song eine Vagina-Referenz eingebaut – also wer hat hier wirklich gewonnen?"

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