TikTok/@makeupbyamber/screenshot

Eine TikTok-Userin macht auf häusliche Gewalt aufmerksam und geht viral

Dass es auf TikTok nicht immer nur spaßig zugeht, zeigt die Userin @makeupbyamber, die mit ihrem Clip eine Debatte über die Inhalte der Plattform ausgelöst hat.

Die TikTok-Userin @makeupbyamber, die über 65.000 FollowerInnen hat, ist eigentlich für ihre Make-up-Tutorials bekannt. In einem zehn-Sekunden-Video macht Amber nun häusliche Gewalt sichtbar, indem sie Lily Allens Song "Not Fair" mitsingt und sich dabei Blutergüsse ins Gesicht malt.

Nach jeder Liedzeile werden die Verletzungen, die von ihrem angeblichen Täter stammen, größer. In ihrem Song kritisiert Lily Allen männliche Verhaltensmuster – die Lyrics ("You know I've never met a man, who's made me feel quite so secure, he's not like all them other boys") erinnern aber auch daran, was Gewaltopfer über ihre PartnerInnen sagen, schreibt Amber.

"Deine Freundin versucht dich zu überzeugen, dass die blauen Flecken, die du entdeckt hast, nicht von ihrem Freund stammen", so @makeupbyamber. Das Video sei entstanden, da eine Freundin ihrer Familie häuslichen Missbrauch erfahren habe, wie Amber "BBC" mitteilte. "Die Botschaft des Videos ist, dass Anzeichen von häuslicher Gewalt nicht ignoriert werden dürfen. Wenn man die geringste Befürchtung hat, sollte man es ansprechen", sagt die TikTok-Userin, deren Video über 1,7 Millionen Mal aufgerufen und über 209.000 Mal gelikt wurde.

In den Kommentaren erhielt @makeupbyamber viel Zuspruch von anderen UserInnen. "Vielen Dank, dass du das getan hast. Ich bin eine Überlebende, der es 2017 gelungen ist, davonzukommen", so eine Userin. "Das hat einige ungewollte Erinnerungen geweckt. Es hat mir die Augen geöffnet, das Lied sehe ich jetzt in einem neuen Licht", so eine weitere. Eine Userin schreibt, dass sie sich gewünscht hätte, die Anzeichen früher erkannt zu haben, eine andere warnt, dass die TäterInnen oft dort zuschlagen würden, wo es nicht gesehen werden kann. 

Einige UserInnen wiederum kritisierten das Video, da es für die Plattform, die für lustige Clips bekannt ist, zu kontrovers sei. "Das ist nicht der richtige Weg, um das Bewusstsein für solche Themen zu schärfen", lautet die Kritik. Menschen, denen das tatsächlich passiert sei, würden keine TikTok-Videos machen, kommentierte ein weiterer User.

Mit dem Video wollte Amber weder ihre Beliebtheit steigern, noch schmerzhafte Erinnerungen bei Opfern von häuslicher Gewalt wecken. "Das Video hat eine gute Botschaft", verteidigt sich die TikTok-Userin.

 

Wenn auch du häusliche Gewalt erfahren hast, dann wende dich an die Frauenhelpline gegen Gewalt oder Die Wiener Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie.

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