APA - Austria Presse Agentur

Hammerfall: Heavy Metal und das Gefühl, die Welt zu erobern

Hammerfall machen seit Mitte der 90er-Jahre Heavy Metal in Reinkultur - und zählen zu den erfolgreichsten Bands des Genres. Am Freitag veröffentlichen die Schweden ihr neues Album "Hammer Of The Dawn". "Meine Lieblingsbands gaben mir als Teenager Hoffnung, Energie und das Gefühl, ich könnte die Welt erobern. Ich hoffe, dass mir das mit Hammerfall bei meinem Publikum auch gelingt", sagte Gitarrist Oscar Dronjak im Interview mit der APA - Austria Presse Agentur.

1993 stand es schlecht um die Zukunft des Stils, dem Hammerfall nun seit fast 30 Jahren frönen. "Melodischer Heavy Metal schien damals keine Zukunft mehr zu haben. Für uns war es umso leichter zu sagen: Völlig egal, was kümmert uns das, wir spielen die Musik, die wir lieben, die wir hören wollen", erzählte Dronjak. "Hammerfall sollte eine Heavy-Metal-Band sein und nichts anderes. Wir hatten nie eine Identitätskrise, mussten nie herumexperimentieren, weil wir genau wussten, wie wir klingen wollten und immer noch wollen."

So gibt es auch auf dem zwölften Studiowerk hymnische Härte mit kräftigem Gesang, dröhnenden Chören und schneidenden Gitarren. "Unsere Attitüde hat sich nie verändert. Wir sind keine fröhliche Band, aber eine sehr positive. Wir blödeln nicht herum, aber wir jammern auch nicht, wie schlecht alles ist. Das funktioniert nicht", betonte der Schwede. Aufgenommen wurden die neuen Songs im bandeigenen Studio. "Es befindet sich direkt neben meinem Haus. Das ist auch unser Proberaum. Wir selbst legen also die Regeln fest. Wir können arbeiten, wann wir wollen."

Dronjak und Co freuen sich auf die ersten Konzerte nach der Corona-Zwangspause. Am 22. April gastiert die Formation mit den deutschen Kollegen von Helloween im Wiener Gasometer. Ohne Publikum hätten Heavy-Metal-Shows keinen Sinn, sagte der Musiker: "Darum haben wir keine Live-Streamings während des Lockdowns gemacht. Ohne Publikum fehlt die Energie. Heavy Metal ist ein Geben und Nehmen, eine Interaktion zwischen Band und Fans - ohne geht's nicht."

Viele Metal-Bands sind in die Jahre gekommen, die Luft ist bei ebenso vielen aber längst nicht draußen. "Nun, ich habe lange Zeit nur für die Gegenwart gelebt. Da gab es nur das Jetzt und keine Zukunftspläne", lachte Dronjak. "Das macht man so als junger Mensch. Man glaubt, dass man nie stirbt, dass man unverwundbar ist und dass dies so bleibt. Natürlich ändert sich vieles mit dem Alter. Aber Heavy Metal war und ist mein Hobby, das zu meinem Beruf wurde. Man bleibt länger jung, wenn man das Glück hat, mit etwas zu arbeiten, das man auch wirklich liebt."

(Das Gespräch führte Wolfgang Hauptmann/APA)

(S E R V I C E - www.hammerfall.net)