Screenshot: Netflix/YouTube

"Jagd nach dem Kryptokönig": Das macht Jennifer Robertson heute

Die Netflix-Doku über den "Kryptokönig" stellt einen mysteriösen Kriminalfall dar. Was macht die Witwe von Gerald Cotten heute?

Nach "Der Tinder Schwindler", "Inventing Anna" und "Bad Vegan" gibt es nun eine weitere Doku-Serie auf Netflix, die unzählige ZuschauerInnen begeistert. In der Show "Vertraue niemandem: Die Jagd nach dem Kryptokönig" geht es um Gerald Cotten. Der Kanadier gründete einst die erste Krypto-Börse des Landes: QuadrigaCX.

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Das ist die Geschichte des "Kryptokönigs"

Unzählige Menschen legten ihr Geld in Cottens Unternehmen an und hofften auf satte Gewinne. Doch Cotten starb am 9. Dezember 2018 mit nur 30 Jahren während seiner Flitterwochen in Indien. Grund dafür sollen Komplikationen seiner Morbus-Crohn-Erkrankung gewesen sein. Seine Frau Jennifer Robertson war die Einzige, die den Tod des Unternehmers bestätigen konnte.

Als sie jedoch ihr Erbe antreten wollte, wurde bekannt, dass Cotten alle Passwörter seiner Krypto-Wallets mit ins Grab genommen hat. 115.000 KundInnen legten über 190 Millionen Dollar (circa 172 Millionen Euro) in QuadrigaCX an – und konnten nun ihr Geld nicht mehr zurückbekommen. 

Ermittlungen zeigten später, dass Cotten das Geld seiner InvestorInnen auf sein eigenes Konto überwiesen haben soll. Die Enthüllungsjournalistinnen Amy Castor und Takara Small haben den Quadriga-Skandal jahrelang verfolgt und darüber berichtet. Laut Castor habe Gerald Cotten Quadriga wie ein Schneeballsystem betrieben.

"Jedes Mal, wenn die Leute ihr Geld in die Börse steckten, nutzte er es quasi als seinen persönlichen Schmiergeldfonds", sagte die Journalistin gegenüber "CBC"

Die Geschichte des "Kryptokönigs" wurde zum Kriminalfall, der einige Theorien aufbringt. Einige Menschen glauben, dass Cotten gar nicht tot, sondern mit dem Geld abgetaucht ist. Andere glauben, dass seine Frau Jennifer Robertson ihn vergiftet hat. 

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Weiß Jennifer Robertson, wo das Geld ist? 

Robertson leugnet bis heute, dass sie etwas über das verlorene Krypto-Vermögen weiß. Wie "CBC" berichtet, lernte sich das Paar 2014 über Tinder kennen und bereiste gemeinsam die Welt. Mit dem Geld von Cotten gründete Robertson ihr eigenes Immobilienunternehmen und verwaltete mehr als ein Dutzend Immobilien. Schon früh wickelte die Witwe auch Gelder im Namen von QuadrigaCX ab.

Robertson behauptete, dass sie wenig über die Abläufe des Unternehmens wusste: "Ich hatte nicht verstanden, wie Quadriga das Geld überhaupt verwaltet hatte; ich dachte, es sei nur ein Handel", sagte die Witwe im Januar. "Es gab viele Dinge über Quadriga, die ich nicht verstanden habe."

Jennifer Robertson gab jedoch zu, dass ihr eine Aussage ihres Mann komisch vorkam. Cotten verfasste kurz vor ihren Flitterwochen ein Testament, in dem er das gesamte Vermögen seiner Frau hinterließ. 

"Er erwähnte auch, dass das Unternehmen ohne ihn sterben würde", erklärte die Frau, die daraufhin gefragt haben soll, ob nicht eine/r von Cottens MitarbeiterInnen das Unternehmen weiterführen könnte. "Und er sagte: 'Nein, ich bin der Einzige mit Bankverbindungen, ich bin der Einzige, der weiß, wie es funktioniert.' Und das fand ich schon seltsam", erklärte Robertson weiter. 

Gerald Cotten wollte für seine Frau einen Mechanismus erstellen, der es ihr erlauben würde, auf das Geld in den Wallets zuzugreifen – dies sei jedoch nie geschehen. 

Nach dem Tod ihres Mannes wurde Robertson häufig vorgeworfen, sie habe etwas mit seinem Tod und dem Verschwinden des Geldes zu tun. "Ich habe es jetzt schon eine Million Mal gesagt: Ich weiß es nicht und bin es leid, mich für etwas zu verteidigen, das ich nicht getan habe", erklärte Robertson.

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Das macht die Witwe des "Kryptokönigs" heute

Laut "CBC" wird nicht gegen Robertson ermittelt. Sie wurde auch nie strafrechtlich belangt. Nach dem Tod von Cotten stimmte sie zu, Immobilien sowie Fahrzeuge im Wert von 12 Millionen Dollar (knapp 8,6 Millionen Euro) an QuadrigaCX zurückzugeben. Sie durfte insgesamt 110.000 Dollar (circa 72.400 Euro), einen Jeep Cherokee und einige Schmuckstücke behalten. 

"Es ist mir nie in den Sinn gekommen, dass er gegen das Gesetz verstoßen hat", sagte Robertson. "Er war der netteste, fürsorglichste und liebevollste Ehemann. Er war mein bester Freund. Es ist möglich, dass ich eine rosarote Brille trug."

Laut "Bustle" lebt Robertson derzeit mit ihrem Partner und ihren Chihuahuas Nitro und Gully in Halifax in der kanadischen Provinz Nova Scotia. Sie jobbt als Kellnerin und studiert nebenbei Lehramt. Die Witwe des "Kryptokönigs" möchte Grundschullehrerin werden – und erwartet im Moment ihre erste Tochter.

Anfang des Jahres veröffentlichte sie ihr Buch "BitCoin Widow: Love, Betrayal and the Missing Millions".

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