Kanye West ist zurück auf Twitter, und ist nicht alleine zurückgekommen.

APA/AFP

Kanye West & Co. dürfen wieder in die Welt hinaus zwitschern

Elon Musk holt Personen, die lange auf Twitter gesperrt waren, wieder zur Plattform zurück. Das heißt: Donald Trump und Kanye West dürfen wieder zwitschern.

Seitdem Elon Musk die Zwitscher-Plattform Twitter im Oktober übernommen hat, gab es einige Änderungen zu verzeichnen. Zuletzt hatte der neue CEO die NutzerInnen in einem seiner Posts über die Entsperrung des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump abstimmen lassen, nun erhalten auch mehrere andere bisher gesperrte NutzerInnen wieder Zugang zum sozialen Netzwerk. Darunter auch Rapper Kanye West und der kontroverse Wissenschaftler Jordan Peterson.

 

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Donald Trumps Twitter Sperre aufgehoben

Am Freitag, dem 18. November 2022, startete Musk eine Abstimmung auf seinem Twitter-Profil. Die NutzerInnen hatten 24 Stunden Zeit, darüber abzustimmen, ob der republikanische Ex-Präsident der USA wieder entsperrt werden soll. Nach über 15 Millionen Stimmen stand das Ergebnis fest: Donald Trumps Twitter-Account wird wieder aktiviert.

Musk zufolge sollen über 134 Millionen Menschen die Umfrage gesehen haben. Ob sich das auf das 24-Stunden-Fenster zur Abstimmung bezieht, ist unklar, jedoch stimmten knappe 51,8 Prozent für eine Aufhebung der Sperre. Der CEO begründet diesen Schritt mit dem Zitat "Vox Populi, Vox Dei", welches so viel bedeutet wie: "Die Stimme des Volkes ist die Stimme Gottes." Jo, eh. 

Jordan Peterson Twitter ebenfalls entsperrt

Für die, die ihn nicht kennen: Jordan B. Peterson ist ein bekannter Wissenschaftler, der oft mit der Incel-Bewegung in Verbindung gebracht wird. Peterson vertritt konservative Werte, was Geschlechterrollen und soziale Normen angeht. Seine Sperre erhielt er laut "NYPost", nachdem er den Schauspieler Elliott Page mit dem falschen Pronomen betitelt und dessen Entscheidung, sich die Brüste operativ entfernen zu lassen, als eine Sünde bezeichnet hatte.

Der Tweet hatte klar gegen Twitters Richtlinien gegen Hassrede verstoßen. Der 60-jährige Kanadier bekam aber die Chance, den Tweet zu löschen und so wieder Zugang zur Plattform zu erhalten. Peterson weigerte sich. Musk entschied sich auch in diesem Fall, den Account wieder freizugeben. Bedeutet: Der konservative Psychologe darf seine gefährlichen Ansichten wieder in die Welt hinaus zwitschern.

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Andrew Tates Twitter-Sperre aufgehoben

Auch für den Skandal-Influencer Andrew Tate ist die Möglichkeit des Zwitscherns wieder gegeben. Tate erlebte im Sommer 2022 einen irrsinnigen Hype in sozialen Medien. Im August wurde er schließlich von YouTube, TikTok, Instagram und Facebook gesperrt. Der Grund dafür war die Verbreitung von misogynen und irreführenden Aussagen in seinen Videos, sowie seine fragwürdigen Aktivitäten als Unternehmer.

Der Brite, der laut "medium.com" einen Hang zu rumänischen Casinos haben soll, ist eine der kontroversesten Figuren des Jahres 2022. In seinen Videos versucht er zu vermarkten, wie sich "ein richtiger Mann zu verhalten hat", während er in seiner "Hustlers University" Reichtum verspricht. Und einmal mehr: Jo, eh. Es wäre lustig, wenn es nicht so traurig und gefährlich wäre. 

Kanye West zurück auf Twitter

Nach Donald Trump hat es nun auch Kanye West zurück auf Twitter geschafft. Der Skandalrapper meldete sich am 20. November mit einem kurzen Tweet zurück: "Test. Test. Prüfe, ob mein Twitter entsperrt wurde." Einige Stunden später schickte er ein kurzen "Schalom", kombiniert mit einem Smiley, hinterher.

Das hebräische Wort "Schalom" bedeutet in etwa "Frieden", wird jedoch auch als Grußformel verwendet. Erst im Oktober wurde Wests Account gesperrt, nachdem er mehrfach gegen Richtlinien des Kurznachrichtendiensten verstoßen hatte.

Der Musiker machte in den letzten Monaten nämlich immer wieder mit rassistischen und antisemitischen Äußerungen von sich reden und verlor neben seinem Twitter-Account auch zahlreiche Werbepartner, wie zum Beispiel den deutschen Sportartikelhersteller Adidas.

Twitter-Chef Musk reagierte bereits auf den neuesten Post von Kanye West. Er schrieb darunter: "Töte nicht, was du hasst. Rette, was du hast." Dabei verwendete er statt dem englischen Pronomen "you" Kanye Wests neuen Künstlernamen "ye", um ein Wortspiel einzubringen. 

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Twitter galt stets als Plattform, welche den freien Austausch von Meinungen kultivieren wollte. Das haben viele der NutzerInnen geschätzt. Doch mittlerweile zeichnet sich langsam, aber sicher ein klares Bild auf Twitter ab: Lautstarke Stimmen von liberaler wie auch konservativer Seite toben sich auf Elon Musks Plattform aus.

Viele UserInnen haben nach Musks Übernahme die Plattform bereits verlassen. Sie wollen das Zwitschern aus Protest ab nun sein lassen.

Interessant: Twitter hatte auch ein eigenes Team für Menschenrechte, welches sich um die Durchsetzung eben dieser auf der Plattform kümmerte. Große Ankündigungen, was freie Meinungsäußerung auf der Plattform angeht, wurden mit einer Entlassung jenes Teams fortgesetzt. Es bleibt abzuwarten, ob und wie Musk seine ambitionierten Vorstellungen umsetzen kann.