REUTERS/ANDREW KELLY

Hat Kim Kardashian das Kleid von Marilyn Monroe zerstört?

Kim Kardashian trug auf der Met Gala ein Kleid von Marilyn Monroe – und dieses hat jetzt zahlreiche Risse. Aber ist sie Schuld?

Das Motto der Met Gala war 2022 "In America: An Anthology of Fashion". Kim Kardashian ließ sich dabei von der legendären Marilyn Monroe inspirieren – und führte, wie "Vogue" berichtet, das Originalkleid aus, das Monroe im Jahr 1962 trug, als sie dem US-amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy zum 45. Geburtstag ein Ständchen trällerte.

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Kardashian erklärte, dass dieses Kleid das "amerikanischste" war, woran sie denken konnte. Zugegeben: Es ist durchaus legitim, ein so legendäres Kleid präsentieren zu wollen.

Zuerst kam sie in die Schlagzeilen, weil sie das Kleid von Monroe trug, dann erntete sie jedoch Kritik, weil sie dafür in kurzer Zeit viele Kilos abnehmen musste, und jetzt folgt der nächste Backlash: Das Kleid wurde wieder ausgestellt und es sind nun deutliche Risse daran bemerkbar, die zuvor nicht da waren. Das zeigt etwa der Instagram-Account "marilynmonroecollection".

Ist Kim Kardashian Schuld?

Auf den veröffentlichten Fotos ist erkennbar, dass vor allem beim Reißverschluss und bei den Trägern Risse entstanden sind. Man darf wohl davon ausgehen, dass die Schäden beim Tragen durch Kardashian bzw. beim An- und Ausziehen entstanden sind – und das sorgt nun für heftige Kritik im Netz.

Kim Kardashian kann und darf man meiner Meinung nach aber keine Schuld daran geben. Denn: Sie ist ein Star, der gerne ein ikonisches Kleid präsentieren wollte und – jetzt kommt der wichtige Teil – es auch durfte! Kardashian gehört das Kleid nicht, sie hat es sich ausgeliehen, weil sie konnte, und hatte bestimmt keine Absichten, den Stoff mutwillig zu zerstören. 

Die Robe gehört seit 2016 der Museumskette Ripley's, und das Museum wiederum hat der Leihgabe ausdrücklich zugestimmt. "Wir haben viele Gespräche mit Kim und ihrem Team geführt und viele Anforderungen an die Sicherheit und den Umgang mit dem Kleid gestellt", erklärte Amanda Joiner, eine Ripley's-Mitarbeiterin, im Interview mit "Daily Beast". So sei stets ein Vertreter des Museums in der Nähe des Kleides gewesen, und man hätte jederzeit "abbrechen" können, hätte man Sorgen gehabt, dass das wertvolle Kleid reißt.

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Nach dem Auftritt am Roten Teppich wechselte Kardashian außerdem das Kleid und das Original wurde wieder verwahrt. Der Designer des Kleides, Bob Mackie, zeigte sich dennoch entsetzt: "Ich denke, es war ein großer Fehler. (...) Marilyn war eine Göttin. Eine verrückte Göttin, aber eine Göttin. Sie war einfach fabelhaft. Niemand war so fotogen. Und es wurde nur für sie gemacht und entworfen. Niemand sonst sollte in diesem Kleid gesehen werden", zitiert "Entertainment Weekly".

Auch weitere Mode-ExpertInnen fragen sich, warum Kardashian es denn überhaupt tragen durfte – das sollte man aber nicht ihr vorwerfen, sondern wenn, dann dem Museum. Wie "Daily Beast" berichtet, wollte das Museum das Kleid nämlich "einer neuen Generation" präsentieren. Ob das gegenüber Marilyn Monroe respektvoll war und ihr wirklich Tribut zollt, ist wohl eine andere Debatte.

Aber: Das Kleid ist jetzt vielleicht noch ikonischer als zuvor! Und am Ende des Tages war das Ganze eben ein PR-Akt, der weltweit viral ging (und damit genau seinen Zweck erfüllte). Fashion-Fans sollten also tief durchatmen: das Kleid sieht auch nach dem Met-Ausflug noch wunderschön in seiner Glas-Vitrine aus.