APA - Austria Presse Agentur

Little Element mit Debütalbum "Fire"

Den Sound des Sommers hat Lisa Aumaier im Gepäck: Die Innsbrucker Musikerin hat kürzlich als Little Element ihr Debütalbum "Fire" vorgelegt, auf dem sich entspannte Beats und sphärische Arrangements mit der Sehnsucht nach dem Meer treffen. So erhebend all das klingt, so schmerzlich sind oft jene Momente, die zu den Songs führen, wie die Mittzwanzigerin der APA im Interview verriet.

"Bei mir kommt das Schöpferische meistens, wenn es mir nicht so gut geht. Aber ich muss das schon ein bisschen überwunden haben, dann bin ich am kreativsten." Dabei kann es schon mal passieren, dass die Gitarre drei Wochen im Eck steht und nicht angerührt wird. Genauso unversehens kommt dann aber die Eingebung. "Ich spiele meist, wenn es in mir wirklich brodelt, wenn eben ein Feuer da ist", verwies Aumaier auf ihren Albumtitel.

Dieser nimmt im Übrigen auch auf ihre vor drei Jahren erschienene EP Bezug, war damals doch "Water" das Leitmotiv. "Bei mir ist alles sehr abhängig davon, wie ich mich fühle, so eine Musik kommt dann auch raus. Bei der EP war etwa das Ende einer langjährigen Beziehung ein großes Thema, ich bin da ziemlich in der Luft gehangen", sinnierte die Musikerin. "Damals wusste ich noch nicht ganz genau, wo es hin geht in meinem Leben. Dementsprechend war das Element Wasser passend. Das Wasser ist immer in Bewegung und hat meinen persönlichen Prozess gut widergespiegelt."

Ist nun also das Feuer tonangebend, so muss keineswegs ein ungestümer Gestus befürchtet werden. Vielmehr klingt Little Element mittlerweile voller und gereifter, greift Aumaier in ihren Kompositionen unterschiedlichste Einflüsse und Klänge auf, arbeitet mit auf ihren Reisen aufgenommenen Sprachsamples ebenso wie mit jenen Momenten zwischen den Tönen, wenn die Pausen zur Spannungssteigerung beitragen. Elektronische Beats und Handgemachtes gehen ineinander über und werden ein homogenes Ganzes.

"Es hat sich in jedem Fall weiterentwickelt", nickte Aumaier auf ihren neuen Sound angesprochen. "Einfach auch deswegen, weil andere Einflüsse hinzugekommen sind - sowohl vom musikalischen Stil her, als auch meine persönlichen Erfahrungen betreffend." Das sich all das so direkt auswirkt, hat letztlich damit zu tun, dass Aumaier als Songwriterin, Interpretin und Produzentin in Personalunion auftritt. "Die Entwicklung ist sicher mit dem Wachstum gekommen: Ich bin beim Produzieren besser geworden, achte mehr auf Details. Man lernt einfach viel dazu, was Songwriting und Produktion betrifft. Vielleicht klingt es auch deshalb voller."

Aber selbst wenn man als Künstlerin sämtliche Zügel in der Hand hält, kann man dennoch unvorbereitet getroffen werden. Immerhin ist "Fire" inmitten der Coronapandemie erschienen. "Am Anfang hat mich das voll runter geholt. Erst seit einer guten Woche bin ich wieder ein bisschen optimistischer", resümierte Aumaier die Zeit seit dem Ausbruch des Virus, in der sie natürlich auch einige Konzerte absagen musste. "Zunächst dachte ich mir: Das kann ja nur mir passieren", konnte die Sängerin schon wieder lachen. "Aber natürlich hängen wir da alle drinnen. Es ist so, wie es ist. Wenn alles wieder zur Normalität kommt, kann vielleicht auch mein Sound etwas dazubeitragen, dass alles wieder aufblüht. Ich hoffe einfach, dass das Album bis dahin über Wasser bleibt."

Eine Perspektive gibt es jedenfalls schon für zwei Shows: Am 25. September ist ein Konzert in Linz geplant, tags darauf wird Little Element in Wien aufspielen. Und das im Unterschied zu Aumaiers früheren Gigs nicht als One-Woman-Show, sondern mit Medina Rekic (ehemals White Miles) sowie Josef Schmiderer an ihrer Seite. Bis dahin hat Aumaier zudem einiges auf ihrer To-Do-Liste. "Ich will vielleicht ein Nebenprojekt mit einem Kollegen starten, außerdem wollen wir im Juli eine Livevideosession machen. Und mit Aloha Records will ich mein eigenes Label gründen, weil ich so motiviert bin, für andere zu produzieren und aufzunehmen. Es ist nicht mehr nur Little Element, ich bin einfach voll in der Musikwelt hängen geblieben. Das ist meine größte Leidenschaft geworden."

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