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Magnet-Piercing: Warum dieser TikTok-Trend gefährlich ist

TikTokerInnen imitieren mit Magnetkugeln Piercings auf ihrer Zunge. Dieser Trend kann jedoch schnell lebensbedrohlich werden.

TikTok beschert uns häufig lustige Trends, die wir nur allzu gerne nachahmen. Doch dabei gibt es auch manchmal Challenges, die alles andere als harmlos sind. Das betrifft auch den letzten TikTok-Trend, bei dem sich die UserInnen Magnetbällchen auf Unter- und Oberseite ihrer Zunge legen, um ein Piercing zu faken. 

Was zuerst nach viel Spaß klingt, kann aber schnell lebensbedrohlich werden. 

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Deshalb sind die Magnet-Piercings gefährlich

Beim Magnet-Trend werden kleine, runde Magnete auf beiden Seiten der Zunge angebracht, damit es so aussieht, als ob man ein Piercing hätte. Manche UserInnen machen dasselbe mit ihrer Nase. 

Die Challenge bringt aber einige gesundheitliche Risiken mit sich, weil die Gefahr besteht, dass man versehentlich eine oder mehrere Magnetkugeln verschluckt. Wie der Mediziner Dr. Karan Raj auf TikTok warnt, können sich die Fremdkörper im Darm festsetzen und die Blutzirkulation stören. Die Magnetbällchen können anschließend nur mit einer Notoperation entfernt werden. 

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Notoperation wegen TikTok-Trend

Wie "BBC News" berichtet, musste sich der neunjährige Jack Mason aus Glasgow einer Operation unterziehen, bei der sein Blinddarm sowie Teile seines Dünn- und Dickdarms entfernt wurden. Er hatte ebenfalls die virale TikTok-Challenge probiert. 

In einem Gespräch mit "BBC News" sagte die Mutter des Kindes, Carolann McGeogh, dass Jacks Beschwerden schwerwiegend seien.

"Es wurde mir gesagt, dass die Schäden, die diese Magnete verursachen können, so extrem sein könnten, dass er es vielleicht nicht überlebt", sagte McGeogh. "Jack hatte Glück, dass er noch am Leben ist."

Die Britin hofft, dass der Fall ihres Sohnes anderen UserInnen zeigt, wie gefährlich der TikTok-Trend sein kann. 

Auch die britische Gesundheitsbehörde National Health Service warnt Eltern seit Jahren vor den Gefahren der Magnetkugeln. In England wurden in den letzten drei Jahren 65 Kinder in Krankenhäuser eingeliefert, weil sie Magnete verschluckt hatten. ExpertInnen gehen davon aus, dass der Trend um die kleinen Magnetkugeln durch Social Media immer weiter ansteigt. 

Gegenüber "BBC" sagte eine Sprecherin von TikTok, dass das Unternehmen stets auf Videos achtet, die anderen NutzerInnen Schaden zufügen könnten. "Wir lassen keine Inhalte zu, die ein Verhalten anregen, fördern oder verherrlichen, das zu Verletzungen führen könnte", so die Sprecherin.

"Unser Sicherheitsteam setzt eine Reihe von Maßnahmen ein, um die Sicherheit unserer Community zu gewährleisten. Wir haben zusätzliche Suchvorgänge durchgeführt, um Inhalte dieser Art zu erkennen."