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Millennials und ihr schwieriges Verhältnis zu Geld

Kleine Gehälter, unsichere Arbeitsverhältnisse und keine Ahnung, wie man ein Vermögen anhäuft: Das ist die Gen Y.

Über uns Millennials kann man vieles sagen: Manche von uns stehen regelmäßig am Rande des Burn-out, unsere Followerzahl auf Instagram ist uns wichtiger als die Zahl auf unserem Lohnzettel und – sagen wir’s, wie es ist – im Gegensatz zur Generation unserer Eltern steht es um unsere Finanzen ziemlich beschissen.

Unsere Elterngeneration wurde in einer wirtschaftlich stabileren Zeit groß. Laut dem Internationalen Währungsfonds verfügen wir Millennials über 40 Prozent weniger Vermögen als unsere Eltern. Natürlich gilt das nicht für die sprichwörtlichen oberen Zehntausend, für den Rest von uns dürfte es aber recht genau hinkommen. In den USA verdient die Gen Y übrigens um 20 Prozent weniger als die Elterngeneration im selben Alter.

Unsichere Jobs und kleine Gehälter

Millennials in den entwickelten Industriestaaten begannen ihr Berufsleben während des schlimmsten globalen Abschwungs seit der Großen Depression”, heißt es im Bericht des IWF. Das bedeutet vor allem eines: unsichere Jobs, noch unsichereres Einkommen und eine Altersvorsorge, die ungefähr so fix ist wie die On-Off-Beziehung von Gigi Hadid und Zayn.

Wir können uns keine Immobilien leisten, leben im Vergleich zu unseren Eltern viel länger in Mietverhältnissen und die kleinen Pensionen werden uns alle miteinander direkt in die Altersarmut dreschen. Wie das deutsche Arbeitsministerium berechnet hat, bekommen Menschen, die 35 Jahre Vollzeit arbeiten und dabei 2500 Euro verdienen am Ende knapp 700 Euro Rente.

Dazu kommen die veränderten Bedingungen, unter denen wir arbeiten: Viele Stellen werden von Unternehmen wegrationalisiert und – auch wenn das ein bisschen nach SciFi-Film aus den 80ern klingt – automatisiert. Das führt zu einer Fragmentierung des Arbeitslebens: In vielen Branchen wird nicht mehr auf beständiges Wissen und eine einzige, solide und spezielle Ausbildung gesetzt, sondern auf Flexibilität und Weiterbildung. Aber auch, wenn ständig von allen Seiten betont wird, wie toll die flexible Welt sei, in der wir leben, wünschen sich die meisten ein gesichertes Arbeitsverhältnis. Ein gesichertes Einkommen, bezahlter Urlaub und Weihnachtsgeld sind eben doch nicht so schlecht.

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Laut einer Umfrage blicken immer weniger Millennials optimistisch in die Zukunft – unter anderem aus Angst vor Krieg, Terror oder der Rationalisierung des Arbeitsmarktes. Nur ein Drittel rechnet damit, dass unsere Generation glücklicher wird als die unserer Eltern. Das ist zumindest angesichts unserer finanziellen Situation mehr als nachvollziehbar.

Wenn das Smartphone wichtiger ist als finanzielle Absicherung

Der Wiener Finanzberater Julian Kukacka ist selbst Millennial – und hat in seinem Berufsalltag regelmäßig mit VertreterInnen der Gen Y zu tun, wie er im Gespräch mit k.at erzählt. Diese Kundinnen und Kunden würden meist über Empfehlungen oder ihre Eltern ihren Weg zu ihm finden.

Er bezeichnet das Wissen zum Thema Finanzen als “überschaubar”: “Meiner Erfahrung nach weist gerade das Schulsystem sehr große Lücken in der praktischen Anwendung zu den Themen Geld, Steuern und Versicherungen auf.”

Da ist es kein Wunder, dass wir bei all der Ahnungs- und Sorglosigkeit unser kleines bisschen Geld einfach so verpulvern wie Rihanna in einem Musikvideo. Millennials investieren bekanntermaßen gerne in “Erlebnisse” – also in große Reisen, die sie im Anschluss auf ihrem Insta-Kanal präsentieren können. Laut Kukacka ist es für die meisten Millennials wichtiger, das neueste Smartphone und Markenkleidung zu besitzen, als langfristig Vermögen aufzubauen.

Nach all der Schwarzmalerei ist noch eine wichtige Frage offen: Wie können wir unseren kollektiven Millennial-Arsch retten? Der Finanz-Experte meint: “Zeit ist beim Sparen unser Freund. Umso schneller man sich an die Belastung einer Sparrate gewöhnt, umso leichter fällt es in Zukunft, finanzielle Probleme zu umgehen.” Hinzu kommt natürlich, dass wir alle uns informieren müssen – denn im Alter werden uns unsere Insta-Follower und Yeezy-Sneaker nicht mehr viel nützen.

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