Neues Donots-Album:: Gästelistenplatz für die Apokalypse"

Donots-Frontmann Ingo Knollmann
Die Donots haben sich einen festen Platz in der deutschen Punkrock-Szene erschrammelt. Sie gehören seit mehr als 20 Jahren zu den bekanntesten deutschen Punkbands, im Mainstream noch etwas verdeckt von den Toten Hosen und den Ärzten. Ihr neues Album (ab 3. Februar im Handel) trägt einen Titel, der auch ein Schlager sein könnte: "Heut ist ein guter Tag". Die Band selbst nennt es lieber einen "Gästelistenplatz für die Apokalypse".

"Das Album sollte schon positiv und hoffnungsvoll sein. Als klassische subkulturelle Band stehen wir natürlich aber auch immer knietief in der Realität", erklärt Ingo Knollmann (Gesang, Keyboard) zu der neuen Platte. Es ist die erste seit fünf Jahren. "Tendenziell sind wir dadurch auch immer ein bisschen auf der pessimistischen Seite geparkt."

Rund um die 2000er gelang den Donots das Husarenstück, als deutsche Band mit englischen Punkrock-Songs ("Whatever Happened To The 80s") bekannt zu werden, die sich unpeinlich in Playlists mit amerikanischen Genre-Größen wie Blink-182 einfügten. Hätte man ohne Vorwissen tippen müssen, wäre man beim Anhören gedanklich eher in Kalifornien als im Tecklenburger Land gelandet.

Seit einigen Jahren singen sie nun auf Deutsch. Das hat der Band aber nochmals einen neuen Schub gegeben. "Dadurch wurde alles noch mal intensiver, noch mal größer", sagt Knollmann. Im Sommer eröffneten die Donots das Festival Rock am Ring - zusammen mit den Toten Hosen.

Die neuen Songs umgibt mal kindlicher Trotz ("Auf sie mit Gebrüll"), mal erzählen sie von der ungläubigen Verzweiflung, mit der man auf die Menschheit und den Planeten blicken kann ("Kometen"). Das alles wird aber nicht allzu düster vorgetragen, sondern mit Witz und der metaphorischen Faust in der Tasche. "Eine Platte wie ein Gästelistenplatz für die Apokalypse", heißt es im beiliegenden Text. Es ist die perfekte Begleitmusik, um nachts wütend in ein Freibad einzubrechen, denkt man sich, wenn man dem Album lauscht.

"Als Punkrock-Band verkaufst du keine heile Welt. Wir sind ja nicht Schlager", sagt Knollmann. "Du sagst: Die Gesamtscheiße ist scheiße - aber wir müssen irgendwie die Treppe hochfallen." Abgemischt wurden die Lieder so, dass sie sich sehr live anhören, was dem Hörerlebnis sehr zugutekommt. Auch hört man dem Album nicht an, dass seine Entstehungszeit in der bleiernen Corona-Hochphase liegt.

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