APA - Austria Presse Agentur

"Nicht keine Feministin": Lana Del Rey erntet Shitstorm

In einem Instagram-Posting kritisiert die Sängerin die Musikindustrie – und teilt dabei gegen ihre Kolleginnen aus.

Über die Jahre wurde Lana Del Rey immer wieder scharf für das von ihr porträtierte Frauenbild und die vermeintliche Verherrlichung von Gewalt in Beziehungen in ihrer Musik kritisiert. In Ihren Songtexten nimmt sie oft eine eher passive Rolle ein und besingt ihren "Daddy", 2014 sorgte die Zeile "He hit me and it felt like a kiss" aus dem Titeltrack ihres Albums "Ultraviolence" für Aufregung.

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Nun scheint sie genug von der Kritik zu haben – und teilt in einem längeren Instagram-Posting erst mal gegen ihre Kolleginnen aus: "Jetzt, wo Doja Cat, Ariana, Camila, Cardi B, Kehlani, Nicki Minaj und Beyoncé allesamt Nummer-eins-Hits hatten mit Songs, die davon handeln, sexy zu sein, nichts anzuhaben, zu ficken oder jemanden zu betrügen, kann ich bitte wieder darüber singen, wie es ist, verkörpert zu werden, verliebt zu sein, auch wenn die Beziehung nicht perfekt ist, oder für Geld zu tanzen, ohne dafür gekreuzigt zu werden und vorgeworfen zu bekommen, ich würde Missbrauch verherrlichen?"

Sie sei "nicht keine Feministin", so Del Rey weiter, doch müsse es im Feminismus auch einen Platz für Frauen geben, die wie sie aussehen und sich wie sie verhalten. "Die Art Frau, die Nein sagt, bei der Männer aber ein Ja hören. Die Frauen, die gnadenlos dafür zerrissen werden, dass sie authentisch und zerbrechlich sind. Die Frauen, die ihrer Geschichten und Stimmen beraubt werden, von stärkeren Frauen oder von Männern, die Frauen hassen." Sie habe in den vergangenen zehn Jahren viel negatives Feedback dafür erhalten, einfach darüber zu singen, was sie nun mal erlebt habe. 

Diese Kritik allerdings mit einem Rundumschlag gegen eine Reihe von nahezu ausschließlich Schwarzen Musikerinnen einzuleiten, beschert ihr nun einen Shitstorm. "Ich weiß nicht, wer Lana Del Rey das Leben schwergemacht hat, aber ich bin ziemlich sicher, dass es nicht Schwarze Frauen waren", so eine Twitter-Userin.

Eine andere Twitter-Userin schreibt: "Lanas Posting wäre in Ordnung gewesen, hätte sie sich nicht mit einer Gruppe überwiegend Schwarzer Frauen verglichen, mit dem klaren Unterton, sie wäre schlechter von den Medien behandelt worden."

Auch Sängerin Jessy Wilson kommentiert unter Del Reys Instagram-Tirade: "Dieses Posting klingt sehr nach einem privilegierten Weißen Mädchen, das sauer ist, weil es 'fühlt', es hätte nicht die Freiheit, das zu sagen, was es will. Niemand hält dich auf. Also hör mit dieser Jungfrau-in-Nöten-Nummer auf."

Lana Del Rey hat in zwei Kommentaren unter ihrem ursprünglichen Posting inzwischen klargestellt, dass sie missverstanden worden sei. Die von ihr genannten Frauen habe sie nur deshalb erwähnt, weil es sich bei ihnen um ihre Lieblingskünstlerinnen handle, nicht wegen ihrer Hautfarbe. 

Sie sei traurig darüber, dass Leute nun versuchen würden, das Ganze zu einem WoC-Thema zu machen. Auch ihre Aussage darüber, dass es Platz für Frauen geben müsse, die wie sie aussehen, sei missverstanden worden. "Ich meinte die Menschen, die nicht unbedingt stark oder schlau aussehen, oder als hätten sie die Kontrolle über alles", so die Sängerin. Es gehe ihr vielmehr darum, sich für filigrane Persönlichkeiten einzusetzen, nicht für Weiße Frauen.

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