APA - Austria Presse Agentur

Homophobie-Eklat: So kritisiert Nura ihre Rap-Kollegin Haiyti

Rapperin Nura postete einen Podcast-Ausschnitt auf TikTok, in dem ihre Kollegin Haiyti homophobe Aussagen tätigt.

Rapperin Haiyti hat in den letzten Tagen für Schlagzeilen gesorgt: Als sie im September 2020 im deutschen Podcast "TALK-O-MAT" auf den Starkoch Tim Mälzer traf, gab die Musikerin einige kontroverse Äußerungen von sich. Diese wurden nun wieder zum Gespräch, nachdem Rapperin Nura in einem TikTok-Video auf die Aussagen reagierte.

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Haiyti verwendet "schwul" anstatt "scheiße" 

Haiyti äußerte sich im Podcast zu Homophobie im Rap und erklärte, dass sie zwar selbst nicht homophob sei, aber durch ihre Texte in der Vergangenheit fälschlicherweise so gesehen wurde. So erklärte sie, dass sie etwa im Song "Payback" das Wort "schwul" verwendet, um etwas zu beschreiben, das sie eigentlich "scheiße" findet. "Ich sage ja auch im Text: 'Ich find euer Geld schwul, bis es meins ist.‘ Da meine ich auch nicht die Schwulen. Da meine ich: 'Ich finds scheiße'", sagte die Musikerin.

Tim Mälzer war von der Wortwahl weniger begeistert und fragte nach, warum Haiyti nicht einfach das Wort "scheiße" rappt, wenn sie doch genau das auch sagen will. Die Erklärung der 29-Jährigen: "Weil es provozierend ist und darum geht's ja. (...) Ich weiß auch nicht, warum ich es sage. Ich finde es provokanter, weil sich alle drüber aufregen: 'Scheiße, sie sagt schwul.'"

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Haiyti: "Kann nicht wissen, dass Schwule so sensibel sind"

"Ich kann’s ja auch nicht wissen, dass manche Schwule so sensibel sind. Weil jemand Intelligentes weiß, dass ich die nicht anspreche, sondern dass das Kunst ist", rechtfertigte sich Haiyti im Podcast weiter. Tim Mälzer konterte damit, dass er früher ebenfalls den Begriff "schwul" verwendet habe, um verschiedene Begebenheiten zu beschreiben.

Im Rahmen einer MeToo-Diskussion sei der TV-Koch jedoch darauf aufmerksam gemacht worden, dass seine Wortwahl diskriminierend ist. Auch Mälzer rechtfertigte sich in der Vergangenheit damit, dass er "schwule Freunde" habe und nicht homophob sei – dies habe jedoch nichts daran geändert, dass er Mitglieder der LGBTIQ-Community mit derartigen  Aussagen verletzte.

Der 50-Jährige habe danach begriffen, dass es ihm als Weißer heterosexueller Mann nicht "obliege", solche Sachen zu sagen und sich einer "Beurteilung auszusetzen", von der er selber "überhaupt nicht betroffen" sei.

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Nura bezeichnet Haiyti als "dumm"

Rapperin Nura teilte den Podcast-Ausschnitt in einem TikTok-Video. Sie schrieb darin, dass Haiyti "queerfeindlich und dumm" sei. "Sängerin Haiyti am bullshit labbern, Tim Mälzer am belehren", schrieb Nura unter ihr Video. 

Nuras FollowerInnen sind vor allem von Tim Mälzer "positiv" überrascht: "Ich bin wirklich froh, dass es Menschen wie Mälzer gibt die sich educaten lassen und das dann umsetzten!", schrieb Userin @emili.png.

Wer von Homophobie oder Diskriminierung betroffen ist, sollte sich an vertraute Menschen wenden. Oft hilft bereits ein einzelnes Gespräch. Wer für weitere Hilfsangebote offen ist, kann sich rund um die Uhr kostenlos unter der Rufnummer 142 an die Telefonseelsorge wenden. Sie bietet schnelle erste Hilfe an und vermittelt ÄrztInnen, Beratungsstellen oder Kliniken.