APA - Austria Presse Agentur

R. Kelly in Haft nicht mehr unter besonderer Beobachtung

Der wegen Sexualverbrechen zu 30 Jahren Haft verurteilte frühere Musik-Star R. Kelly muss nach Einschätzung der New Yorker Behörden im Gefängnis nicht mehr unter besonderer Beobachtung stehen.

Der Sänger werde nicht mehr als suizidgefährdet eingeschätzt, teilte die New Yorker Staatsanwaltschaft am Dienstag mit. Damit sei auch eine Klage von Kellys Anwälten hinfällig, die in den Haftbedingungen des Musikers eine Gängelung aufgrund seiner Bekanntheit sehen.

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Wegen der Einstufung als suizidgefährdet sei er unter anderem in einer spartanisch eingerichteten Einzelzelle untergebracht gewesen und habe Kleidung aus einem besonders rauen Stoff tragen müssen, hieß es in der Klage. Die Staatsanwaltschaft hatte die Einstufung zunächst als gerechtfertigt verteidigt. Tägliche Gespräche von Haft-Psychologen mit ihm hätten zu dieser Einschätzung geführt.

Der 55 Jahre alte frühere Pop-Superstar war in der vergangenen Woche in einem Missbrauchsprozess zu einer Haftstrafe von 30 Jahren verurteilt worden. Er ist derzeit in einem Bundesgefängnis im New Yorker Stadtteil Brooklyn in Haft, könnte aber wegen eines weiteren Prozesses Anfang August verlegt werden. Bereits im vergangenen Jahr hatte eine Jury den Musiker nach mehrwöchigem Prozess in allen neun Anklagepunkten - darunter sexuelle Ausbeutung Minderjähriger, Kidnapping und Bestechung - für schuldig befunden. Kelly hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen.

Wer Erfahrungen mit Gewalt oder sexuellen Übergriffen erlebt oder in der Vergangenheit erlebt hat, kann sich kostenlos und anonym an die Frauenhelpline gegen Gewalt 0800/222-555, www.frauenhelpline.at, an die Onlineberatung für Mädchen und Frauen im HelpChat, www.haltdergewalt.at, an die Frauenhelpline für gehörlose Frauen, www.oegsbarrierefrei.at/bmf/hilfseinrichtungen/ oder an die Männerberatungsstelle unter 0720 / 70 44 00, https://www.maennerinfo.at wenden.

Wer Selbstmordgedanken hat oder an Depressionen leidet, sollte sich an vertraute Menschen wenden. Oft hilft bereits ein einzelnes Gespräch. Wer für weitere Hilfsangebote offen ist, kann sich rund um die Uhr kostenlos unter der Rufnummer 142 an die Telefonseelsorge wenden. Sie bietet schnelle erste Hilfe an und vermittelt ÄrztInnen, Beratungsstellen oder Kliniken. www.suizid-praevention.gv.at