APA - Austria Presse Agentur

Riccardo Simonetti als Jungfrau Maria: Rechte empören sich

Riccardo Simonetti ist als Jungfrau Maria am Cover eines queeren Magazins. Rechte regen sich nun im Netz darüber auf.

Triggerwarnung: In diesem Beitrag geht es um Homophobie und Hass im Netz.

Der Influencer Riccardo Simonetti wurde Anfang des Jahres zum LGBTI-Sonderbotschafter des Europaparlaments ernannt. Nun sorgt der 28-Jährige im rechten und konservativen Lager für einen echten Aufreger: Er wagte sich an ein Bild heran, das vielen "heilig" ist. Riccardo Simonetti ließ sich nämlich für das queere Magazin "Siegessäule" als Jungfrau Maria ablichten und hielt Baby Jesus im Arm.

Rechte AktivistInnen und PolitikerInnen sowie Zivilpersonen aus verschiedensten Ländern (etwa Polen, Ungarn und Italien) reagierten empört im Netz und drohten dem Influencer in den Kommentaren seines Facebook-Postings, in dem er das Cover vorstellte. 

 

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Riccardo Simonetti: Hasskommentare wegen Magazincover

Der Influencer präsentierte das Magazincover am 1. Dezember auf seiner Facebook-Seite: "Wenn wir den Umstand ignorieren, dass Jesus nicht Weiß war, dann können wir auch daran glauben, dass Jungfrau Maria einen Bart hatte. Warum nicht?", erklärte der 28-Jährige in dem Posting. 

"Du bist ein Gotteslästerer. Jesus wird zurückkehren und über dich richten", so eine Frau in den Kommentaren. "Geh zu einem Psychologen, du bist krank", so eine andere.

"Will der EU-Sonderbotschafter für LGBTI-Rechte so ein inklusiveres Europa aufbauen? Die Bürgerrechte werden nicht dadurch geschützt, dass man sich über die Religion lustig macht, die Gläubigen beleidigt oder Weihnachten absagt. Was für ein trauriges Theater", twitterte Giorgia Meloni, Präsidentin der rechtspopulistischen Europapartei EKR.

Der ungarische Kolumnist Péter Heltai rief auf Twitter dazu auf, mittels Hashtag #RespectAdvent gegen Riccardo Simonetti zu protestieren. Er forderte die Abberufung des 28-Jährigen als LGBTI-Botschafter.

Riccardo Simonetti: "Wir können uns Maria als gendernonkonforme Person vorstellen"

Der Influencer sagte in einem Interview, dass er mit der Darstellung der Jungfrau Maria keineswegs jemanden beleidigen wollte: "Es geht mir nicht darum, Menschen wegen ihres Glaubens durch den Kakao zu ziehen, sondern sie daran zu erinnern, dass es in biblischen Geschichten so viele Fragezeichen gibt."

Was er genau damit meinte? "Wenn Maria eine Jungfrau war, die ohne Sex ein Kind bekommen hat, dann können wir sie uns genauso gut als gendernonkonforme Person vorstellen. Jede*r kann sich in ihr wiederfinden! Keine*r von uns hat das Recht, ein bestimmtes Gottesbild für sich zu pachten", betont der 28-Jährige.