"Schlimmste Mitbewohner aller Zeiten": Fakten, die die Serie verschweigt

"Schlimmste Mitbewohner aller Zeiten": Fakten, die die Serie verschweigt
Die Netflix-Serie "Der schlimmste Mitbewohner aller Zeiten" fasziniert – doch manche Details bleiben unerwähnt.

2022 ist jetzt schon das Jahr der Betrugsgeschichten: Nach der Doku "Der Tinder-Schwindler" und der Drama-Miniserie "Inventing Anna" legt Netflix nun mit der True-Crime-Reihe "Der schlimmste Mitbewohner aller Zeiten" nach: In insgesamt fünf Episoden werden die schlimmsten WG-Albträume Wirklichkeit.

Vor allem die dritte Folge namens "Marathon Man" sorgt derzeit für Gesprächsstoff: Die wahre Geschichte von Youssef Khater beinhaltet Betrug, Diebstahl und sogar versuchten Mord – und fasziniert Menschen auf der ganzen Welt. Dennoch lässt "Der schlimmste Mitbewohner aller Zeiten" einige Details aus.

Ein weiterer Mordversuch in Costa Rica

Wie "Radio Times" berichtet, soll Youssef Khater ein weiteres Mal versucht haben, einen Menschen umzubringen: In "Der schlimmste Mitbewohner aller Zeiten" heißt es, dass Khater 2011 gefasst und verurteilt wurde. Nach nur 600 Tagen soll er aber wieder freigelassen worden sein.

2014 soll Youssef Khater in Costa Rica unter dem Namen Joseph Carter erneut aufgetaucht sein: Dort soll er eine kanadische Touristin verführt und um mehrere tausend Dollar bestohlen haben. Als die Frau seine wahre Identität aufdeckte, soll Khater versucht haben, sie mit einem Kissen zu ersticken. Der Versuch, die Frau zu töten, blieb jedoch erfolglos.

Youssef Khater war wirklich beim dänischen Militär

In "Der schlimmste Mitbewohner aller Zeiten" wird schnell klar, dass Youssef Khater nicht der war, für den er sich ausgab. Mitbewohnerin Callie Quinn berichtet in der Episode, wie sie ihm gegenüber misstrauisch war und seine Geschichten über seine Zeit als Teil einer militärischen Spezialeinheit infrage stellte. 

Zwar gibt es keine Belege dafür, dass Khater für eine solche Spezialeinheit tätig war, doch scheint er tatsächlich beim Militär gewesen zu sein: Wie eine ausführliche Recherche von "Texas Monthly" zeigt, war Youssef Khater zehn Jahren lang als Marinesoldat beim dänischen Militär im Dienst. Im Alter von 28 Jahren sei er "unehrenhaft entlassen" worden, heißt es. Der Grund: Betrug.

Das Geständnis von Youssef Khater

In der "Der schlimmste Mitbewohner aller Zeiten" wird erzählt, wie Rocío Berríos als Strafrechtsanwalt den Prozess gegen Youssef Khater wegen versuchten Mordes führt – und gewinnt.

Was nicht erzählt wird: Youssef Khater legte, während er in Chile in Gewahrsam gehalten wurde, ein bizarres Geständnis ab, in dem er zwar zugab, Callie Quinn mit einem Toilettensitz auf den Kopf geschlagen zu haben, er habe sie jedoch nicht umbringen wollen. 

Wo sich Youssef Khater heute aufhält, ist indessen nicht bekannt. Zuletzt wurde er 2018 in seiner Heimat Dänemark gesehen. Laut "Screenrant" ist davon auszugehen, dass er auch heute noch Menschen unter den Decknamen Joseph Carter oder Josef Maria über den Tisch zieht – wobei ihm sein neugefundener Netflix-Ruhm da in die Quere kommen könnte.

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