APA - Austria Presse Agentur

Silbermond mit neuem Album "Schritte"

Silbermond, eine der kommerziell erfolgreichsten deutschen Popgruppen der vergangenen Jahre, bringt am 15. November das neue Album "Schritte" heraus. "Als Band mit handgemachter Musik kommt man sich heute manchmal als Exot vor", sagten Sängerin Stefanie Kloß und Bassist Johannes Stolle im APA-Interview. "Aber das ist schon was Besonderes."

"Schritte" folgt auf "Leichtes Gepäck" von 2015, bei dem man sich von viel Ballast befreit hatte und zurück zum Ursprung gekehrt war. Genau da wollten Silbermond nun weiter ansetzen. "Man hört uns auf dem neuen Album mehr denn je zu viert Musik machen, denn wir haben sehr viel live eingespielt", berichtete Stolle. "Wir wollten einen schönen Band-Sound eingefangen, der aber nicht aus den 90er-Jahren ist, sondern der möglichst modern klingt. Das Ergebnis bezeichne ich als modernen Retrosound."

Kollegin Kloß möchte gar nicht tiefstapeln: "Ich sag das mal ganz selbstbewusst, dass es für uns das mit Abstand beste Album ist. Es fühlt sich sehr homogen und rund an." Mit Absicht habe man "nur zehn Songs raufgenommen, weil wir uns nicht thematisch wiederholen und zugleich schauen wollten, welche Gedanken uns besonders nahe gehen, was uns am meisten bewegt, welche Schritte wir als Band bisher gemacht haben. Und es sind eben zehn Schritte geworden", so die Sängerin.

Nach rund 20 Jahren sei es natürlich schwierig, sich nicht zu wiederholen. "Wir machen uns selbst den größten Druck, dass das nicht passiert", versicherte Stolle. "Aber das Leben ist ja ständig in Bewegung, man erlebt immer wieder neue Sachen, die man in Songs packen kann. Du kannst keinen dieser Songs auf dem neuen Album weglassen, jeder hat seine Berechtigung. Jeder Song ist wichtig für diese Platte."

Mit der Mutterschaft von Stefanie Kloß (der Vater des Kindes ist Band-Gitarrist Thomas Stolle) hat sich einiges im Silbermond-Kosmos verändert: "Das hat auf der einen Seite wahnsinnig viel Chaos reingebracht, auf der anderen Seite für Ordnung gesorgt", erzählte Kloß. "Es braucht jetzt ein gutes Zeitmanagement. Das Gute daran: Wenn uns weniger Zeit zur Verfügung steht, arbeiten wir in dieser Zeit effektiver. Wir konzentrieren uns auf das Wesentliche. Das hat uns nicht geschadet."

Die Texte der Songs auf "Schritte" liegen "im Spannungsfeld zwischen den persönlichen Sachen und den Dingen, die gerade auf der Welt passieren", sagte die Sängerin. In einem Lied verarbeite sie zum Beispiel ihre Erinnerungen an ihren Vater: "Er ist 2003 relativ früh verstorben, als ich 18 war. Das Lied war gar nicht geplant, es ist passiert. Vielleicht auch, weil ich Mutter geworden bin. Da macht man sich Gedanken über die Lebenszeit, die man noch hat und über das, was man hinterlassen will."

Am 11. Februar 2020 treten Silbermond in der Wiener Stadthalle auf. "Wir feiern zum ersten Mal einen Tourabschluss in Österreich", freut sich Kloß auf das Gastspiel. "Am letzten Tag fallen immer jegliche Anspannungen, man lässt die Korken knallen und gibt noch einmal alles." Die Show werde "ein bisschen Farbe und Action" bieten, aber in erster Linie gehe es um die Lieder. "Wir wollen, dass die Leute bewegt nach Hause gehen. Wir sind eine Band, die nicht mit Konfetti, sondern mit Musik punkten will."

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