Screenshot via Netlifx

So stark ist weibliche Solidarität: Darum begeistert die Bus-Szene aus "Sex Education" das Netz

Die zweite Staffel von "Sex Education" dreht sich nicht nur um pubertierende Teenies, sondern auch um weibliche Solidarität und die Folgen sexueller Belästigung.

Seit dem 17. Jänner könnt ihr die zweite Staffel der beliebten Netflix-Serie “Sex Education” streamen. Die Serie beschäftigt sich mit Sexualität und wird für ihren offenen Umgang mit vermeintlichen Tabuthemen gelobt. Eine Szene aus der zweiten Staffel, die es den ZuseherInnen besonders angetan hat, ist eine, die sich mit den Auswirkungen beschäftigt, die sexuelle Übergriffe auf Opfer haben können – und mit weiblicher Solidarität.

Eine der Storylines der Staffel dreht sich um die quirlige Aimee, die im Bus, den sie täglich nimmt, von einem Mann sexuell belästigt wird, der neben ihr masturbiert und auf ihre Jeans ejakuliert. Erst entsteht der Eindruck, dass Aimee das Ganze egal sei – gegenüber ihrer besorgten Freundin Maeve sagt sie, dass sie kein großes Ding daraus machen wolle, denn schließlich sei ja nichts passiert. Maeve besteht jedoch darauf, dass Aimee Anzeige erstattet.

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Erst im weiteren Verlauf der Serie wird klar, wie sehr der Übergriff Aimee tatsächlich mitnimmt: Sie will nicht mehr von ihrem Freund berührt werden, traut sich nicht mehr in den Bus einzusteigen und sieht ständig und überall ihren Angreifer vor sich. In einer besonders berührenden Szene sieht man, wie Aimee ihre ausgefallenen Schuhe, die fixer Bestandteil ihrer Outfits sind, gegen verstaubte Sneakers eintauscht, damit sie künftig weite Fußwege ohne Schmerzen zurücklegen kann.

Als sechs Mädchen, darunter Aimee, Maeve und Ola, eines Nachmittags in der Schule nachsitzen müssen, bekommen sie von ihrer Lehrerin die Aufgabe, sich zu überlegen, was sie als Frauen zusammenschweißt. Nach langem und ergebnislosem Überlegen kann Aimee ihren Schmerz nicht mehr zurückhalten und erzählt den anderen ihre Geschichte – und jede einzelne von ihnen hat ähnliches erlebt. Die Mädchen erzählen von Männern, die ihnen nachts gefolgt sind, von Catcalling, von entblößten Penissen und ungewollten Berührungen.

Als Aimee am Tag darauf zur Bushaltestelle kommt, stehen die fünf Mädchen vor ihr. Auf die Frage, was sie denn hier wollen, sagt ihre beste Freundin Maeve ihr, dass sie gemeinsam mit ihr die Busfahrt antreten würden, denn immerhin sei es nur ein dummer Bus. Was folgt, ist eine wunderschöne Szene, die zeigt, wie die letzte Reihe im Bus von sechs jungen Frauen besetzt ist, die, obwohl manche von ihnen keine Freundinnen sind, verstehen, was es bedeutet, mit anderen Frauen solidarisch zu sein – und dass sie trotz aller Unterschiede sehr viel gemeinsam haben.

Aimees Storyline zeigt außerdem, dass sexuelle Übergriffe traumatisierend sind und die Lebenswelt der Betroffenen maßgeblich einschränken: Aimee hat Angst davor, den Bus zu nehmen, stößt ihren Freund von sich weg und legt teilweise stundenlange Fußwege zurück. Auch die Geschichte, die Viv während des Nachsitzens erzählt, zeigt ebendas: Nachdem ihr im Kindesalter ein Mann im Schwimmbad seinen Penis gezeigt und sie ihrer Mutter davon berichtet hatte, durfte sie nicht mehr dorthin zurück – obwohl sie sich dort so wohl fühlte.

Social-Media-UserInnen sind regelrecht begeistert von der Bus-Szene, Aimees Entwicklung in der Serie und der Tatsache, dass Themen wie diese in der Serie angesprochen werden. Und wir sind da auch ganz ehrlich: Wir haben da was im Auge.

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