APA - Austria Presse Agentur

Alles, was wir über das Taylor-Swift-Drama wissen

Justin Biebers Manager Scooter Braun hat die Rechte an Taylor Swifts Musik gekauft – und die ist damit nicht einverstanden.

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Es ist ein ausgewachsener "He Said, She Said"-Sturm, der die Musikindustrie gerade in Atem hält: Beim jüngsten Clinch zwischen Taylor Swift und Justin-Bieber-Manager Scooter Braun ist es jedoch leicht, den Überblick zu verlieren. Folgendes ist passiert:

Taylor Swift stand seit Anfang ihrer Karriere beim Indie-Label Big Machine unter Vertrag, erst letztes Jahr wechselte sie zum Universal-Ableger Republic. Die Rechte an Taylor Swifts bisherigem musikalischen Katalog blieben allerdings bei Big Machine – und dessen Eigentümer Scott Borchetta.

Jetzt wurde Big Machine aufgekauft – von niemand geringerem als Scooter Braun, dem Manager von Größen wie Justin BieberAriana Grande oder Kanye West. Damit ist Scooter Braun nun der Eigentümer sämtlicher Taylor-Swift-Songs, die sie bis sie zu ihrem Label-Wechsel 2018 veröffentlicht hat.

Taylor Swift ist damit alles andere als einverstanden und veröffentlichte einen Blogpost auf Tumblr, in dem sie einige Bomben platzen ließ. Sie hatte jahrelang versucht, die Rechte an ihrer Musik von Big Machine "zurückzukaufen", was ihr von Scott Borchetta verwehrt wurde. Borchetta hatte ihr stattdessen im Gegenzug einen Deal angeboten, wonach sie für jedes neue Album, das sie unter Big Machine veröffentlicht, die Rechte an einem ihrer bisherigen Alben bekäme.

Wissend, dass Borchetta einen Verkauf des Labels beabsichtigte – und damit auch einen Verkauf ihrer musikalischen Zukunft –, kehrte sie dem Label (und nicht den Aufnahmen all ihrer Songs) den Rücken.

Dass nun ausgerechnet Scooter Braun der Käufer ist, ekle Taylor an. Als sie davon hörte, habe sie an das unentwegte, manipulative Mobbing denken müssen, das sie jahrelang von ihm erfahren hatte, schreibt sie in dem Posting.

"Zum Beispiel, als Kim Kardashian den Leak eines illegal aufgenommenen Telefongesprächs einfädelte und Scooter mich gemeinsam mit zwei seiner Klienten (Justin Bieber und Kanye West, Anm.) dafür online schikanierte", schreibt Taylor zu einem Screenshot eines Instagram-Postings, das Justin Bieber zum damaligen Zeitpunkt mit den Worten "Taylor Swift what up" postete. Darauf zu sehen war ein Facetime-Gespräch zwischen ihm, Scooter Braun und Kanye West.

"Oder als sein Klient Kanye West ein Revenge-Porn-Musikvideo drehte, das meinen nackten Körper zeigt", schreibt Taylor weiter über Kanyes Video zu "Famous", in dem nackte Versionen von ihr, Donald Trump, George W. Bush und weiteren Persönlichkeiten gezeigt wurden.

Und nun habe Scooter Braun sie auch ihres Lebenswerks entledigt. Scott Borchetta hätte darüber hinaus genau gewusst, was er mit dem Verkauf an Braun tut, da er von ihrer Abneigung gegen Braun gewusst hatte. Ihr Vermächtnis liege nun in den Händen eines Mannes, der versucht hatte, sie zu demontieren.

Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten: Zuallererst sprang Justin Bieber für Scooter Braun in die Bresche. Auf Instagram schrieb er unter ein altes Foto mit Taylor, sie wolle mit ihrem Posting nur ihre Fans auf Scooter hetzen. Außerdem habe Scooter sie nie gemobbt, besagte Bildunterschrift sei schließlich von ihm gekommen – Scooter habe ihm damals noch davon abgeraten, solche Scherze zu machen. Weder er noch Scooter hätten etwas Negatives über Taylor zu sagen, sie wollen nur das Beste für sie, heißt es weiter.

Und inzwischen scheint so ziemlich jeder Mensch in der Unterhaltungsbranche eine Seite eingenommen zu haben: Unter dem Hashtag #WeStandWithTaylor solidarisierten sich haufenweise Fans und Frauen aus der Musikindustrie mit Taylor Swift. Halsey, die Haim-Schwestern und Selena Gomez' Mutter äußerten ihren Support in Form von Postings und Kommentaren.

Außerdem scheint es ein echtes Donnerwetter an Unfollows gegeben zu haben: Fans zufolge haben Selena Gomez, Miley Cyrus, Nicki Minaj, Lana Del Rey, Rihanna, Little Mix, Lady Gaga und Adele aufgehört, Scooter Braun auf Twitter zu folgen.

Taylor Swifts gute Freundin Cara Delevingne kommentierte indessen Justin Biebers Posting: "Ich wünschte, du würdest weniger Zeit damit verbringen, für andere Männer einzustehen und stattdessen versuchen, die validen Reaktionen von Frauen zu verstehen."

Demi Lovato, die auch mit Scooter Braun arbeitet, stärkt ihrem Manager währenddessen auf Instagram den Rücken: "Ich werde immer zu meinem Team halten", schreibt sie in ihrer Story. Auch Ty Dolla $ign gratuliert ihm auf Insta zum Kauf von Big Machine mit den Worten "They hate to see it".

Ex-Label-Boss Scott Borchetta äußerte sich zu den Vorwürfen inzwischen in einem Statement. Taylor Swift hätte jede Gelegenheit gehabt, die Rechte an ihren Songs zu kaufen, so der Unternehmer. Ganz nebenbei ließ er dabei bemerken, dass Taylor Swift sowohl einen Auftritt bei Ariana Grandes Benefizkonzert "One Love Manchester" als auch bei einer Demonstration gegen Waffengewalt abgelehnt hatte. Nicht, dass das irgendwas mit dem gegenwärtigen Streitthema zu tun hätte.

Unterm Strich zeigt die ganze Situation gut auf, wie bizarr das Musik-Business manchmal arbeitet. Wir reden hier von einer Musikerin, die ein Leben damit verbracht hat, Songs zu schreiben, deren Rechte ihr nun verweigert werden. Taylor Swift selbst hofft, dass aufstrebende KünstlerInnen daraus lernen, sich vertraglich besser abzusichern. "Ihr habt es verdient, die Kunst, die ihr macht, zu besitzen", so Taylor.

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