Tara und ihre Freundin Cat im Forsthaus Rampensau auf ATV

(c) ATV Aaron Jiang

Tara Tabitha im "Forsthaus Rampensau"-Interview: Mit Diadem, Charme und Mimosa

Tara Tabitha, Österreichs "Reality-TV-Queen" beweist in "Forsthaus Rampensau", dass Authentizität ausreicht, um relevant zu bleiben.

Das große Finale von "Forsthaus Rampensau" ist gekommen: Am Donnerstag, den 17. November um 20:15 ist dies bei ZAPPN & ATV zu sehen. Und niemand geringeres als Tara Tabitha hat eine Chance auf das Preisgeld von 20.000 Euro.

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Im österreichischen Fernsehen führt kein Weg an Tara Tabitha vorbei – wobei alleine die Erwähnung ihres Vornamens schon ausreicht, denn Tara ist Programm: Mit ihren ikonischen Aussagen, "Zero Bullshit Attitude", der "Erfindung" der Regenbogenmaschine oder dem Fakt, dass sie der einzige österreichische Reality-TV-Export ist, der auch in Deutschland Fuß fassen konnte, unterhält sie das Land. Privat lebt sie unter anderem in London und genießt das Leben als Single – gerne mit einem Mimosa-Drink in der Hand.

Die k.at-Redaktion hat die 29-Jährige angerufen, um mit ihr über Österreichs erste Reality-TV-Show auf ATV, "Forsthaus Rampensau" zu plaudern und lernte eine überaus entspannte TV-Ikone kennen. Im Talk verriet sie Details aus dem Forsthaus, wie es ihr bei wochenlangen Produktionen geht, welche Ansprüche sie an sich selber hat und wer sie inspiriert.

Wie sieht dein Alltag momentan aus?

Tara: Zurzeit bin ich beruflich durch die Sendung "Forsthaus Rampensau" leider sehr viel in Wien eingespannt. Da ergeben sich ständig irgendwelche Drehs, Interviews und Termine. Ansonsten wäre ich schon lange wieder weg.

Wo wärst du denn, wenn du es dir aussuchen könntest?

Tara: Ich hab' ja meine Wohnung in London, die zurzeit sehr vernachlässigt wird. Da würde ich auch gerne mal wieder hin. Oder reisen, da wäre ich natürlich auch immer am Start.

Was hat dich eigentlich nach London verschlagen?

Tara: Ich bin seit sieben Jahren in London, einfach weil es mir da gefällt. Mir ist Österreich zu klein, zu begrenzt. Ich möchte hier nie dauerhaft wohnen.

Wirst du in Österreich oft auf der Straße erkannt? Ist das ein Grund dafür, dass es dich ins Ausland verschlägt?

Tara: Ja, ich werde hier die ganze Zeit erkannt und das ist auf jeden Fall etwas, was ich im Ausland sehr genieße. Also, dass ich dieses Problem dort nicht habe.

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Du bist wahrscheinlich zwischendurch auch immer wieder mal weg vom Fenster: Wie kann man sich so einen wochenlangen Fernsehdreh denn vorstellen?

Tara: Genau, wenn ich so eine Show drehe, dann bin ich wirklich wochenlang ohne Handy, ohne Kontakt zur Außenwelt und lebe in dieser Bubble. Das ist sehr intensiv. Im normalen Leben erlebt man ja niemals so viele Sachen auf einmal und ist so gezwungen nah an anderen Leuten – ohne Fluchtmöglichkeit, ohne Möglichkeit zum Abschalten. Da fühlt sich auch jeder Tag an, wie eine ganze Woche. Das ist sehr anstrengend und im Nachhinein gesehen, fühlen sich wenige Wochen an, wie viele Monate. Das Format "Ex on the Beach" zu drehen, hat sich zum Beispiel angefühlt als wäre ich ein halbes Jahr weggewesen. 

Hast du irgendwelche Rituale, Dinge oder Objekte, die du mitnimmst, mit denen du dich dann beim Dreh mehr wie zuhause fühlst?

Tara: Nein, das hab' ich eigentlich nicht. Ich hab' jetzt kein Stofftier oder so etwas, was ich dann mitnehme. Ich bin ja selbst ein sehr starker Charakter.

Das muss man bei Reality-TV wahrscheinlich auch sein, oder?

Tara: Ja!

Kannst du während des Drehs das Geschehene emotional schon verarbeiten? Oder kommst du danach erstmal nach Hause und hast ein Down?

Tara: Nein, während einer Show kann man überhaupt nichts verarbeiten. Es wird immer intensiver und anstrengender, mit jedem Tag. Und am Schluss brauche ich dann immer mindestens eine Woche, um runterzukommen. Sobald der Dreh vorbei ist und ich mein Handy wiederbekomme, will ich es eigentlich gar nicht haben. Weil dann will jeder hören, wie es war. Da will ich erstmal meine Ruhe und einfach ein paar Tage allein sein. An nichts denken müssen, mit niemandem reden müssen, nicht performen müssen. Also einfach gar nichts machen müssen.

Apropos Performance: Du hast ja auch im "Forsthaus Rampensau" öfter mal erwähnt, dass dein Kampfgeist geweckt ist. Welche Dinge wecken diesen bei dir?

Tara: Meinen Kampfgeist zu wecken, ist sehr schwer, weil ich ein sehr entspannter Mensch bin. Ich muss weder immer gewinnen, noch bin ich super ehrgeizig. Ich hab' zwar immer gesagt, mein Kampfgeist ist geweckt, aber eigentlich war er immer noch im Dämmerschlaf. (lacht) Es gibt für mich wichtigere Dinge! Manchmal wünsche ich mir aber, ich wäre ein bisschen ehrgeiziger, vor allem weil es ja auch um Preisgeld geht. Aber ich mag das nicht, wenn Leute so verbissen sind. Wenn es sein soll, dass ich gewinne, dann kommt das auch so. Das denke ich mir.

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Wie hast du dich als Reality-TV-Star weiterentwickelt? Wie bist du im Laufe der Zeit so entspannt geworden?

Tara: Ich glaube, jeder und jede wird im Alter ruhiger. Ich bin es auf jeden Fall mehr, als ich es als Teenager war. Grundsätzlich hat sich aber auch das Fernsehen mit der Zeit verändert. Die Shows damals waren super trashig und super kontrovers. Was ich damals für Sachen gesagt hab, also Bodyshaming und den ganzen "Schaß". Das würde ich heute erstens nicht mehr tun und zweitens könnte ich das auch gar nicht mehr. Da wäre ich sofort gecancelled. Deshalb finde ich es auch gut, dass das Fernsehen ein bisschen bewusster wird.

Die ganze Gesellschaft vielleicht!

Tara: Ja genau, das Fernsehen und die Gesellschaft haben sich weiterentwickelt. Und ich natürlich auch. Ich finde, dass ich jetzt einfach mehr zeigen kann, wie ich wirklich bin, ohne, dass es langweilig ist. Es kommt aber auch darauf an, ob es in einer Show eine/n "GegenspielerIn" gibt, mit der ich reden und meinen Charakter zeigen kann. Wenn es meine eigene Show wäre, müsste ich irgendeine Geschichte haben oder spinnen, die interessant ist. Das war im Dschungelcamp auch ein bisschen das Problem, also aus professioneller Sicht, dass ich keinen Gegenpart hatte.

Es ist ja ganz einfaches Geschichtenerzählen am Ende des Tages, oder?

Tara: Ja, verschiedene Leute kitzeln dann auch Verschiedenes aus einem raus. Mit manchen Leuten hat man immer tiefgründige Gespräche, mit manchen hat man gar nichts zu reden. Wenn ich mit meinem besten Freund auf einem Haufen bin, bin ich das verrückteste Huhn überhaupt – mit anderen Leuten dann ganz ruhig.

Wie war das beim ATV Forsthaus? Man hatte das Gefühl, dass sich jede/r ganz gut miteinander versteht. Hattest du irgendwelche Personen, außer Cat, die dir Halt gegeben haben?

Tara: Genau, die Cat natürlich. Wir haben uns eigentlich alle super verstanden. Man hat auch gesehen, dass der Lev viel für mich da war – der war auch sehr empathisch. Die Lovestory zwischen ihm und Rebecca war ein bisschen anstrengend.

Weil du da reingezogen wurdest?

Tara: Ich habe es auch in der Show gesagt und ich finde es super, dass die das reingeschnitten haben – ich mag die Rebecca. Aber ich mag sie nicht in Kombination mit Lev. Dadurch, dass dann auch die Situation mit dem Rauswählen von Lev war. Da hab' ich lautstark gesagt, dass ich das fair fand und wieder so machen würde. Sie ist in den Löwenmama-Verteidigungsmodus gegangen und hat ihren Boy verteidigt. Egal, was ich gesagt hab, mir wurden Worte in den Mund gelegt, weil sie ihr "Puppi" beschützen wollte. Aber da gibt es auch absolut kein böses Blut, ich hab' guten Kontakt zur Rebecca. Ich kann sehr gut zwischen einer Stresssituation, oder ob ich einfach nur von der Person genervt bin, unterscheiden. Ich kann da super differenzieren. Sie konnte das halt nicht.

Du hast auch am Anfang erwähnt, dass du traurig warst, dass so wenige "Cute Boys" dabei waren?

Tara: Oh ja, so ist es ja besser für euch, weil so seht ihr mehr von mir und nicht meine verzweifelte Suche nach Liebe. Sonst wäre ich wahrscheinlich die Rebecca gewesen (lacht).

Wie wichtig ist eigentlich Alkohol bei so einer Show? Man hatte schon das Gefühl, dass es im Haus ein großes Thema war.

Tara: Also, Alkohol ist schon sehr wichtig für mich. Ich merke es auch im Alltag, ich bin viel kühler und reservierter, wenn ich komplett nüchtern und "normal" bin. Viele Leute verstehen das nicht, weil die glauben, ich bin immer lustig, aufgedreht und super freundlich. Und das bin ich halt nicht, vor allem nicht zu Fremden. Wer ist das schon? Ich laufe jetzt nicht wie ein Kasperl durch die Gegend und freunde mich mit jedem/r an (lacht). Ich hatte auch vorher ein paar Mimosas, das ist auch zum Vorteil für dich gerade.

Du hast auch viel in Deutschland gearbeitet: Wie siehst du den Unterschied zwischen deutschen und österreichischen Produktionen?

Tara: Also in Österreich bin ich schon viel gefestigter. Da kennen die Leute meinen Charakter und wissen, was sie in einer Show von mir erwarten können. In Deutschland ist das leider noch nicht so. "Ex On The Beach" war super, da war ich sehr happy. "Dschungelcamp" war ein bisschen schwierig. Erstens gab's keinen Alkohol. Zweitens gab's keinen Gegenpart. Dann haben sie versucht, etwas aus mir rauszukitzeln, was dann nicht so gut rüberkam für mich.

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Was war schlimmer: Dschungel oder Kärntner Alpen?

Tara: Ich fand beides nicht schlimm. Ich wusste ja, worauf ich mich einlasse. Es gab da keine Überraschungen. Aber auf der Alm wurden wir natürlich viel besser behandelt. Fast unlimitiert Alkohol und Essen. Man konnte alle Extrawünsche aufschreiben. Die haben sich so gut um uns gekümmert. Die anderen MitbewohnerInnen haben oft gemeckert und ich hab dann gesagt, die sollen sofort die Klappe halten, weil in den deutschen Formaten wird man nicht so gut behandelt wie hier.

Ja der Kerstin haben sie auch einen Schwangerschaftstest gebracht, Full Service!

Tara: Ja, alles was wir wollten, haben wir bekommen. Die anderen haben ständig gegen irgendwelche Regeln verstoßen, es gab kaum Strafen. Wir konnten auch immer Nutella bestellen bis zum Umfallen, für die Maria.

Für den Mano gab's berüchtigterweise kein Nutella!

Tara: (lacht), ja heimlich irgendwo verstecken, Regie!

Wir hatten sogar das Gefühl, dass du in der Show den moralischen Kompass vorgegeben hast.

Tara: Ja, wer hätte das gedacht! (lacht) Das Ding ist, so bin ich halt wirklich.

Und das nimmt man dir auch ab.

Tara: Schön, dass ich das jetzt auch mal meinen Charakter zeigen konnte – so wie ich privat und mit meinen FreundInnen bin. Jetzt weißt du auch, weshalb ich Single bin. (lacht) Das ist einfach zu schwierig für die Männer. Tara hat halt Ansprüche! Die lässt sich nicht so leicht belabern.

Wenn du auf deine Karriere zurückschaust, gibt es irgendetwas, das du bereust?

Tara: Nein, über so etwas denke ich gar nicht nach.

Hast du vielleicht mal einen Rat von einem/r KollegIn bekommen, der/die dich in deiner Arbeit inspiriert hat?

Tara: Also ich habe mich schon hart durchgekämpft. Die einzige Person, die mich inspiriert, bin ich selbst.