APA - Austria Presse Agentur

Thees Uhlmann schrieb Buch über "Die Toten Hosen"

Thees Uhlmann hat mit viel Bewunderung eine launige Hommage an Die Toten Hosen, so auch der Titel des Bandes, verfasst. Das Büchlein, das man gerne in einem Sitz liest, ist sowohl Liebeserklärung an die Düsseldorfer Band als auch an das Lebensgefühl Rockmusik - und zugleich eine kleine Uhlmann-Biografie. "Man muss die Hosen nicht gut finden, um das zu lesen", sagte Uhlmann im APA-Interview.

Der Verlag Kiepenheuer & Witsch startet im Herbst seine "Kiwi Musikbibliothek". Musikschaffende erzählen über Acts, die sie geprägt haben. Am Donnerstag kommt zum Beispiel eben Thees Uhlmanns "Die Toten Hosen" in den Handel: Auf rund 190 Seiten schildert der Hamburger ("Zum Laichen und Sterben ziehen die Lachse den Fluss hinauf") seine Erinnerungen und Erlebnisse im Zusammenhang mit der Gruppe - vom ersten Konzertbesuch bis zum Auftritt im Vorprogramm seiner Kollegen in einem ausverkauften Stadion. Sprachlich erinnert das unterhaltsame Essay an einen aus dem Ufer geratenen Uhlmann-Songtext.

Ursprünglich wurde der Musiker gefragt, ob er nicht über Bruce Springsteen schreiben möchte. "Dazu fällt mir aber nichts ein, außer, dass ich die Musik gut finde und ein paar Sachen bei ihm geklaut habe", schmunzelte Uhlmann. "Die Toten Hosen" ist keine Biografie (Uhlmann: "Dafür wäre ich nicht der richtige Ansprechpartner."), sondern eine bunte Collage an Anekdoten. "Ich habe die Band per Mail um Erlaubnis gefragt", sagte Uhlmann. "Die hat dann zurückgeschrieben: 'Thees, wenn es so wird wie jene E-Mails, die du uns an Freitagen nach 23.00 Uhr schickst, dann freuen wir uns alle sehr auf das Buch.' So ist es dann auch geworden."

Die Toten Hosen sind von einer Kultband in den Mainstream aufgestiegen. Das und das lautstarke politische Engagement von Sänger Campino wird nicht von allen goutiert. Dazu Uhlmann deutlich: "Ich bin diese Menschen so satt, die sagen, Die Toten Hosen sind uncool geworden. Wie willst du denn noch cool sein nach 50 Jahren Bandgeschichte? Wenn 84.000 Leute zu einem Konzert von dir kommen, ist Coolness nicht mehr da. Coolness hört bei 750 Leuten auf. Das ist einfach so. Leute über 30, die cool sein wollen, finde ich ohnehin lächerlich. Manche Leute wollen sich halt positionieren. Denen ist es ganz wichtig, zu sagen, wie schlecht sie die Hosen finden."

Der Musiker und Autor hält sich in seinem Buch gar nicht erst mit solchen Diskussionen auf, sondern erzählt lieber pointiert aus seinem Leben mit den Toten Hosen. Auf Uhlmanns Weg vom Fan zum Freund der Gruppe trifft der Leser allerlei bunte Persönlichkeiten, erlebt schrille Abenteuer und weiß am Ende, warum Rock und Punk das Leben bereichern.

(S E R V I C E - Thees Uhlmann, "Die Toten Hosen", Verlag Kiepenheuer & Witsch, 192 Seiten, 12,40 Euro)

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