APA - Austria Presse Agentur

Auch rezeptfreie Arzneien können abhängig machen

Eine Tablette gegen Kopfschmerzen, eine zum Einschlafen: Freiverkäufliche Medikamente können abhängig machen, warnt der Berufsverband Deutscher Psychiater. Ein Anzeichen ist die vorbeugende Einnahme.

Bei Schmerzen oder Schlaflosigkeit können rezeptfreie Medikamente oft Abhilfe schaffen. Sie bergen aber bei längerfristiger Einnahme das Risiko, abhängig zu machen. Das gilt insbesondere für Menschen, die sie einsetzen, um trotz Schmerzen oder Schlafstörungen dauerhaft leistungsfähig zu bleiben, warnen Psychiater.

Grundsätzlich sollten etwa freiverkäufliche Schmerzmittel daher nicht länger als drei Tage hintereinander und nicht mehr als zehn Mal pro Monat eingenommen werden. Auch rezeptfreien Schlafmittel sollten nur kurzfristig und nach ärztlicher Rücksprache zum Einsatz kommen, besonders solche die den Wirkstoff Diphenhydramin oder Doxylamin enthalten.

Anzeichen für missbräuchliche Einnahme erkennen

Von einer missbräuchlichen Einnahme spricht man, sobald die Medikamente nicht zur Behandlung von Beschwerden eingesetzt werden, sondern um das eigene Wohlbefinden zu steigern. So sollte vorsichtig sein, wer Schmerz- oder Schlaftabletten ohne Absprache mit einem Arzt nur vorbeugend einnimmt. Auch das Horten von Medikamenten und das Auftreten von Gefühlen des Unwohlseins, wenn keine Arzneimittel zur Verfügung stehen, können Warnsignale für eine Abhängigkeit sein.

Wer solches Verhalten bei sich bemerkt, sollte sich an seinen Hausarzt wenden. Die Medikamente sollte dann nur in ärztlicher Begleitung abgesetzt werden. Auch Beratungsstellen helfen bei ersten Anzeichen von Medikamentenabhängigkeit weiter.

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