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Steigert die Corona-Pandemie das Risiko für Essstörungen?

Eine neue Studie zeigt, dass die Pandemie zu mehr Essstörungen führen könnte.

Könnte die Pandemie zu mehr Essstörungen führen? Diese Frage haben ForscherInnen der Anglia Ruskin University mit einer Studie untersucht.

Laut ihren Ergebnissen könnten die Ausgangsbeschränkungen und die Lockdowns tatsächlich das Risiko für ein gestörtes Essverhalten erhöhen. Die Untersuchung wurde in dem Fachjorunal "Psychiatry Research" veröffentlicht.

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Problematisches Essverhalten 

Im Sommer 2020 analysierten die StudienautorInnen die Essgewohnheiten von 319 Mitgliedern eines lokalen Fitnessstudios. Die ProbandInnen waren im Durchschnitt 37 Jahre alt. Jede/r Freiwillige füllte einen Fragebogen über sein/ihr Essverhalten aus.

In diesem Test sollten die TeilnehmerInnen angeben, wie stark sie Aussagen wie

  • "Ich habe Angst, übergewichtig zu sein",
  • "Ich habe den Drang, mich nach den Mahlzeiten zu übergeben"
  • und "Ich fühle mich nach dem Essen extrem schuldig" zustimmen.

Essen als Bewältigungsmechanismus

Im Vergleich zu ähnlichen Untersuchungen, die 2019 durchgeführt wurden, stimmten die TeilnehmerInnen beim Test 2020 den Aussagen über problematisches Essverhalten viel mehr zu. Die ForscherInnen sind der Meinung, dass dies auf ein höheres Bulimie- und Anorexierisiko hindeutet.

"Wir können nicht mit Sicherheit sagen, dass COVID-19 für diesen Anstieg von Risiken für Essstörungen verantwortlich ist. Wir wissen jedoch, dass Menschen Essen oft als Bewältigungsmechanismus für Stress nutzen und offensichtlich waren viele Personen in den letzten zwölf Monaten von stressigen Ereignissen und Veränderungen betroffen", sagt Studienleiter Mike Trott in einer Universitätsmitteilung.

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Gesünderes Verhältnis zu Sport 

Eine positive Wende gab es jedoch in Sachen Sport. Laut den WissenschafterInnen zeigt die Untersuchung, dass die Sportsucht bei vielen ProbandInnen abgenommen hat.

Dennoch gab es eine Zunahme der individuellen Bewegungsgewohnheiten. So bewegte sich der/die durchschnittliche ProbandIn im Jahr 2019 noch 6,5 Stunden pro Woche – 2020 waren es schon 7,5 Stunden. Die WissenschafterInnen gehen davon aus, dass die TeilnehmerInnen ihre alte Fitnessroutine so gut es geht beibehalten möchten.