Studie: Erektionsstörung nach Corona-Infektion?

Studie: Erektionsstörung nach Corona-Infektion?
Eine neue Studie zeigt, dass Männer nach einer Corona-Infektion unter Erektionsstörungen leiden könnten.

WissenschaftlerInnen der University of Miami haben in einer neuen Studie zum ersten Mal Spuren von COVID-19 im Penisgewebe entdeckt. Diese Viren wurden lange nach der Genesung ermittelt, was darauf hindeutet, dass das Virus monatelang in den Genitalien der Männer verweilen könnte.

Nun gehen die ForscherInnen davon aus, dass Blutgefäßerkrankungen, die durch Corona auftreten können, auch zu einer zu erektiler Dysfunktion beitragen könnten. Die Studienergebnisse wurden im "World Journal of Men's Health" veröffentlicht.

Was ist eine erektile Dysfunktion?

Laut "Apotheken Umschau" versteht man unter einer erektilen Dysfunktion eine Störung, bei der Menschen mit Penis nicht mehr in der Lage sind, eine Erektion zu bekommen oder diese zu halten. Das Glied wird dabei nicht hart genug oder erschlafft sehr schnell wieder.

Unter den 40- bis 49-Jährigen ist laut einer Untersuchung der Universität Köln fast jeder zehnte Mann von einer Erektionsstörung betroffen. Bei den 60- bis 69-Jährigen ist es bereits jeder dritte. ExpertInnen sind jedoch der Meinung, dass es eine große Dunkelziffer gibt.

Die Anzeichen für eine erektile Dysfunktion können unter anderem beim Geschlechtsverkehr und bei der Selbstbefriedigung auftreten. Meist bleibt auch die normale Erektion im Schlaf, die bei gesunden Männern auftritt, aus. Die erektile Dysfunktion kann mithilfe von Hormonen oder Medikamenten behandelt werden.

Erektionsstörung nach Corona?

Laut den US-amerikanischen WissenschafterInnen zeigen die Studienergebnisse, dass Corona zu einer weitverbreiteten endothelialen Dysfunktion in allen Organen des Körpers führen kann. Unter der endothelialen Dysfunktion versteht man laut "DocCheck" eine Funktionsstörung des Endothels.

Das Endothel ist eine "dünne Schicht aus Endothelzellen, die das Innere der Blutgefäße auskleidet." Dieses dient als Gewebebarriere und produziert unter anderem Stickstoffmonoxid, das zur Regulation des Herz-Kreislauf-Systems eingesetzt wird. 

"Die endotheliale Dysfunktion kann in die Endothelzellen eindringen und viele Organe betreffen, einschließlich des Penis", so Studienautor Dr. Ranjith Ramasamy in einer Pressemitteilung. "In unserer Pilotstudie haben wir festgestellt, dass Männer, die zuvor keine Erektionsprobleme hatten, nach Beginn der COVID-19-Infektion eine ziemlich schwere erektile Dysfunktion entwickelten."

Dr. Ramasamy und sein Team sammelten Penisgewebeproben von zwei Männern, die mit Corona infiziert waren und sich aufgrund ihrer Erektionsstörung einer Penisprothesenoperation unterzogen hatten. Ein Patient wurde mit einem schweren Corona-Verlauf ins Krankenhaus eingeliefert, während der andere nur leichte Symptome hatte.

Im Vergleich dazu untersuchten die ForscherInnen auch Gewebeproben der Genitalien zweier anderer Männer, die noch nie zuvor an Corona erkrankt waren. 

Coronaviren auch acht Monate nach Infektion vorhanden

Die zwei Probanden, die zuvor an Corona erkrankt waren, wiesen "Virusreste" in ihrem Penisgewebe auf. Einer dieser Männer war bereits acht Monate zuvor genesen, während der andere sich erst sechs Monate zuvor mit dem Virus infiziert hatte. Beide genesenen Männer zeigten auch Anzeichen einer endothelialen Dysfunktion.

"Dies legt nahe, dass Männer, die sich mit Corona infizieren, sich darüber bewusst sein sollten, dass Erektionsstörungen eine Nebenwirkung des Virus sein könnten", mahnte Ramasamy. Das heißt, dass durch die COVID-Infektion eine Erektionsstörung ausgelöst oder eine bereits bestehende erektile Dysfunktion verschlimmert werden kann. Der Wissenschafter empfiehlt den Betroffenen bei den ersten Anzeichen sofort eine/n ÄrztIn aufzusuchen. 

"Diese neuesten Erkenntnisse sind ein weiterer Grund dafür, warum wir alle unser Bestes tun sollten, um das Coronavirus zu bekämpfen", sagte Erstautor Eliyahu Kresch. "Wir empfehlen, sich gegen Corona impfen zu lassen und generell zu versuchen, gesund zu bleiben", erklärte Kresch weiter.

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