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Männer mit Glatze weisen erhöhtes Corona-Risiko auf

Schweizer ForscherInnen entdeckten, dass glatzköpfige Männer ein erhöhtes Corona-Risiko aufweisen.

Schweizer WissenschafterInnen haben in einer neuen Studie herausgefunden, dass glatzköpfige Männer ein Gen besitzen, das das Corona-Risiko steigern kann. Demnach weisen Männer mit Glatze ein 2,5-Mal höheres Risiko auf, mit einer schweren Corona-Infektion ins Krankenhaus eingewiesen zu werden.

Die Untersuchung wurde beim Symposium der European Academy of Dermatology and Venereology vorgestellt. 

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Erblich bedingter Haarausfall als Risikofaktor

Die WissenschafterInnen entdeckten, dass Männer, die genetisch bedingt "empfindlich" auf das männliche Sexualhormon Androgen reagieren, ein signifikant höheres Risiko aufweisen, eine schwere Corona-Infektion zu entwickeln. Die ExpertInnen untersuchten diesen Zusammenhang nachdem sie auf Corona-Intensivstationen eine übermäßige Anzahl glatzköpfiger Männer ermittelt hatten.

Variationen im Androgenrezeptor (AR-Gen) können zu einer androgenetischen Alopezie führen – darunter versteht man eine häufige Form von Haarausfall, die erblich bedingt ist. Dieses Gen beeinflusst zudem, wie empfindlich der Körper auf Hormone wie Testosteron reagiert. Die WissenschafterInnen ermittelten, dass insgesamt 79 Prozent der 65 untersuchten männlichen Corona-Patienten an einer androgenetischen Alopezie leiden. 

Zudem fanden die ForscherInnen heraus, dass ein Enzym, das mit der COVID-19-Infektion in Verbindung steht (TMPRSS2), ebenfalls durch die Androgenreaktion des Körpers reguliert wird. Daher können AR-Genvariationen auch dieses Enzym beeinflussen.

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Bestimmt die DNA das Corona-Risiko?

Die ForscherInnen erklärten, dass die Triplett-Repeats (CAG-Repeat) des AR-Gens sowohl mit der Hormonempfindlichkeit als auch mit Haarausfall in Verbindung stehen. Das CAG-Repeat fasst Nukleotidsequenzen zusammen, die sich im Genom (Gesamtheit aller Gene) des menschlichen Körpers befinden. Laut "DocCheck" sind Nukleotide chemische Grundbausteine der DNA und RNA. 

Das ForscherInnen-Team untersuchte, ob es einen Zusammenhang zwischen der Länge des CAG-Repeats in der DNA und dem Schweregrad von Corona gibt.

    • Die StudienautorInen untersuchten die 65 Corona-Patienten im Krankenhaus und maßen die CAG-Repeat-Länge in jedem ihrer AR-Gene.
    • Die Ergebnisse zeigten, dass Männer mit einem CAG-Repeat, das weniger als 22 Nukleotide enthielt, deutlich seltener wegen Corona auf der Intensivstation behandelt wurden. 
    • Diejenigen mit mehr als 22 Nukleotiden im Haarausfall-Gen hatten eine signifikant höhere Wahrscheinlichkeit, eine schwere Corona-Infektion zu erleiden.

    Die WissenschafterInnen erklärten in einer Medienmitteilung, dass die "Länge der AR-CAG-Repeat als Biomarker verwendet werden könnte, um männliche COVID-19-Patienten mit dem höchsten Risiko für eine Einlieferung auf die Intensivstation zu identifizieren."