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Gibt es mehr Tote, wenn ChirurgInnen an ihrem Geburtstag operieren?

US-ForscherInnen entdeckten, dass PatientInnen, die am Geburtstag der ChirurgInnen operiert werden, ein erhöhtes Sterberisiko aufweisen.

Eine neue Studie der "University of California" zeigt, dass ältere PatientInnen (über 65 Jahre) ein erhöhtes Sterberisiko haben, wenn sie am Geburtstag der zuständigen ChirurgInnen operiert werden. Dabei steigt die Todeswahrscheinlichkeit im Vergleich zu anderen PatientInnen, die am selben Tag operiert wurden, um 23 Prozent. Die Studienergebnisse wurden im Fachmagazin "British Medical Journal" veröffentlicht.

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Abgelenkt durch Geburtstag?

Die StudienautorInnen spekulieren darüber, ob die ÄrztInnen bei Operationen abgelenkt sein könnten, weil sie ein Jahr älter werden. Bis jetzt ist das jedoch nur eine Theorie.

  • Für die Studie untersuchten die ForscherInnen die postoperative 30-Tage-Mortalitätsrate von PatientInnen im Alter zwischen 65 und 99 Jahren.
  • Alle PatientInnen wurden zwischen 2011 und 2014 einem von 17 verschiedenen chirurgischen Eingriffen unterzogen.
  • Insgesamt analysierten die StudienautorInnen fast 981.000 Operationen, die von 48.000 verschiedenen ChirurgInnen durchgeführt wurden. Insgesamt 2.064 (0,2 Prozent) dieser Eingriffe fanden am Geburtstag der untersuchten ChirurgInnen statt.

Mehr Todesfälle nach "Geburtstags-OPs"

PatientInnen, die am Geburtstag ihrer ChirurgInnen operiert wurden, hatten eine Sterblichkeitsrate von 6,9 Prozent. Im Vergleich dazu lag die Sterblichkeitsrate bei allen anderen PatientInnen nur bei 5,6 Prozent. Laut den ForscherInnen stellen "Geburtstagsoperationen" ein um 23 Prozent höheres Sterberisiko für PatientInnen dar.

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Warum PatientInnen, die am Geburtstag ihrer ChriurgInnen operiert werden, ein höheres Sterblichkeitsrisiko aufweisen, konnten die Forscher nicht feststellen. Dafür werden noch weitere Untersuchungen notwendig sein. Die WissenschafterInnen betonten, dass die Studie sich nur auf ältere Erwachsene konzentriert und die Untersuchungsergebnisse möglicherweise nicht auf jüngere Menschen zutreffen.

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"Unsere Studie ist die erste, die einen Zusammenhang zwischen dem Geburtstag von ChirurgInnen und der PatientInnensterblichkeit zeigt. Dennoch sind weitere Forschungen nötig, bevor wir annehmen können, dass Geburtstage tatsächlich einen bedeutenden Einfluss auf die Leistung von ChirurgInnen haben", sagt der Studienleiter Dr. Yusuke Tsugawa in einer Pressemitteilung. "Da die Beweise noch begrenzt sind, denke ich nicht, dass PatientInnen einen chirurgischen Eingriff am Geburtstag der ChirurgInnen vermeiden sollten."