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So verschmutzen Mundschutzmasken unsere Umwelt

Eine Studie zeigt, dass Mundschutzmasken unsere Umwelt stark belasten. Pro Minute werden drei Millionen Masken weggeworfen.

Mundschutzmasken schützen uns vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus und begleiten uns mittlerweile im täglichen Leben. ForscherInnen der University of Southern Denmark haben nun herausgefunden, dass weltweit jeden Monat 129 Milliarden Atemschutzmasken weggeworfen werden. Das bedeutet, dass jede Minute drei Millionen Masken im Müll landen.

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WissenschafterInnen sind besorgt 

Die überwiegende Mehrheit dieser weggeworfenen Masken sind Einwegmasken und bestehen aus Mikrofasern wie Kunststoff. Angesichts dieser unglaublichen Menge an Plastikmüll sind WissenschafterInnen besorgt, welche Auswirkungen all diese Masken auf unseren Planeten haben werden.

"Angesichts der zunehmenden Berichte über die unsachgemäße Entsorgung von Masken ist es dringend notwendig, diese potenzielle Umweltbedrohung zu erkennen und zu verhindern, bevor sie zum nächsten Plastikproblem wird", schreiben die ForscherInnen in der Fachzeitschrift "Frontiers of Environmental Science & Engineering".

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Wie schädigen Masken die Umwelt?

Einwegmasken sind nicht biologisch abbaubar, das bedeutet, dass kleinere Kunststoffpartikel (Mikro- und Nanoplastik) verbleiben und sich schließlich im Ökosystem ausbreiten. Die Massenproduktion von Plastikgesichtsmasken hat seit Beginn der Pandemie ein ähnliches Ausmaß wie die Produktion von Plastikwasserflaschen angenommen. Allerdings enthalten Einweg-Wasserflaschen Anweisungen, wie sie richtig entsorgt werden können – bei Atemschutzmasken gibt es dies nicht.

Werden die Masken nicht ordnungsgemäß entsorgt, gelangen sie laut den ForscherInnen in die nahe gelegenen Ozeane und Gewässer. Dies kann dazu führen, dass innerhalb weniger Wochen Tonnen von Mikropartikeln (kleiner als 5 mm) entstehen. Erschwerend kommt hinzu, dass diese Partikel im Laufe der Zeit immer kleiner und schwieriger zu erkennen sowie zu beseitigen sind.

"Ein neueres und größeres Problem ist, dass die Mundschutzmasken direkt aus mikroskopisch kleinen Kunststofffasern (ein bis zehn Mikrometer dick) hergestellt werden. Beim Abbau in der Umwelt kann die Mundschutzmaske mehr mikroskopisch kleine Kunststoffe freisetzen – leichter und schneller als Massenkunststoffe wie Plastiktüten", erklären die StudienautorInnen.

"Solche Auswirkungen können durch neue Modelle von Masken – die Nanomasken – noch verschlimmert werden, die direkt Kunststofffasern in Nanogröße (mit einem Durchmesser von weniger als einen Mikrometer) aufweisen und eine neue Quelle für die Verschmutzung durch Nanoplastik bieten."

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Ausmaß der Umweltverschmutzung ungewiss

Die ForscherInnen können aufgrund fehlender Daten nicht feststellen, in welchem Ausmaß Atemschutzmasken die Umwelt verschmutzen. Basierend auf dem Verständnis der modernen Wissenschaft für anderen Plastikmüll glaubt das Team jedoch, dass man mit ziemlicher Sicherheit sagen kann, dass Einwegmasken wahrscheinlich verschiedene schädliche chemische und biologische Substanzen in der Umwelt ansammeln sowie verbreiten.

"Wir wissen, dass Einwegmasken in der Lage sind, wie anderer Plastikmüll auch schädliche Substanzen wie Bisphenol A, Schwermetalle sowie krankheitserregende Mikroorganismen anzusammeln. Diese können indirekt schädliche Auswirkungen auf Pflanzen, Tiere und Menschen haben", schlussfolgert der Umwelttoxikologe Elvis Genbo Xu in einer Universitätsmitteilung.

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Das kann man gegen die Verschmutzung tun 

Die ForscherInnen haben ein paar Vorschläge, die die Umweltverschmutzung durch die Masken verhindern könnten: 

  • Jede Stadt und jedes Dorf sollte Masken-Mülleimer aufstellen, in denen nur die benutzen Atemschutzmasken entsorgt werden dürfen.
  • Laut den ExpertInnen wäre es auch hilfreich, wenn so viele Menschen wie möglich von Einwegmasken auf wiederverwendbare Modelle umsteigen würden.
  • Die Entwicklung einer biologisch abbaubaren Mundschutzmaske würde ebenfalls dabei helfen, die Umwelt zu schützen.