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Studien zeigen, warum Boomer den Hass der Millennials verdient haben

"OK Boomer" ist viel mehr als nur ein Meme.

In den letzten Wochen hat die Killerphrase “OK Boomer” die Herzen all jener Menschen im Internet erfreut, die zur Generation Y oder Z zählen. Diejenigen, die über den Spruch nicht so wirklich lachen konnten, waren – ja, ihr habt es erraten – die Boomer selbst. Zur Erinnerung: Genau die, die der “Jugend” seit Jahren vorwerfen, verweichlichte, vegane Soja-Schneeflocken zu sein, waren von einem Meme in ihren Grundfesten erschüttert.

Dass das Boomer-Meme dabei viel mehr als nur ein dahingesagter Spruch ist, mit dem man ein paar Lacher abkassiert, geriet dabei oftmals in Vergessenheit. “OK Boomer” ist Ausdruck ungehörter Existenzängste, der Angst vor der Klimakrise und der Tatsache, dass die Entscheidungen, die die Boomer-Generation in den letzten Jahren getroffen hat und immer noch trifft, unser Leben nicht gerade zum Besseren beeinflussen. “OK Boomer” drückt ein Gefühl der Überforderung aus, das wir dank der “vererbten Probleme” empfinden, die eigentlich schleunigste Lösungen verlangen.

Die Zahlen sprechen für sich: Die Gen Y hat im Gegensatz zur Boomer-Generation erwiesenermaßen mit niedrigeren Gehältern und unsicheren Arbeitsverhältnissen zu kämpfen. Laut dem Internationalen Währungsfonds verfügen Millennials über 40 Prozent weniger Vermögen als ihre Eltern. In den USA verdient die Gen Y um 20 Prozent weniger als die Elterngeneration im selben Alter.

Außerdem leben wir im Vergleich zu unseren Eltern viel länger in Mietverhältnissen, da wir uns keine Eigentumswohnungen leisten können. Einer der Gründe ist laut dem Währungsfonds die Tatsache, dass viele Millennials während des “schlimmsten globalen Abschwungs seit der Großen Depression” ins Berufsleben eingestiegen sind.

Auch eine aktuelle Untersuchung aus den USA zeigt, wie weit der Wohlstand der Boomer-Generation und der der Gen Y auseinanderklaffen. Als Boomer so alt waren wie Millennials es heute sind, hatten sie den Daten zufolge deutlich mehr Geld. Im Jahr 1989, als VertreterInnen der Boomer-Generation zwischen 25 und 43 Jahre alt waren, besaßen sie bereits über 20 Prozent des amerikanischen Vermögens. Millennials, die aktuell zwischen 23 und 38 Jahren alt sind, besitzen gerade einmal drei Prozent.

Natürlich bedeutet das nicht, dass jeder Boomer automatisch reich ist – die obersten zehn Prozent haben ihren Reichtum vermehrt, während alle anderen immer ärmer wurden. Der Trend, dass Nachfolgegenerationen ärmer dran sind als die Babyboomer, zeichnet sich seit mittlerweile 30 Jahren ab, wie die Daten der Untersuchung zeigen.

Ein weiterer bedeutender Faktor: Die Klimakrise. Millennials, die Gen Z und all diejenigen, die danach kommen, baden die Folgen einer Entwicklung aus, die maßgeblich von der Gier, Kurzsichtigkeit und Ignoranz von VertreterInnen der Boomer-Generation getragen wurde. Damit nicht genug der Ignoranz: Babyboomer sind auch heute angesichts der Klimakrise weniger besorgt als jüngere Generationen.

Schon lange ist bekannt, dass zahlreiche und konsequente Maßnahmen gesetzt werden müssten, um die Klimakrise zumindest ein wenig einzudämmen, aber niemand hat etwas unternommen, das über Greenwashing hinausgeht. Wer die Konsequenzen aus nächster Nähe miterleben wird? Wir. Danke, Boomer.

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