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Corona: Warum ist die Sperrstunde um 22 Uhr virologisch relevant?

Warum ist die Corona-Sperrstunde für das Infektionsgeschehen so relevant? Wir haben einen Virologen dazu befragt.

Endlich dürfen wir wieder unseren heiß ersehnten Weißen Spritzer in unserer Lieblingsbar genießen. Nicht, dass wir uns hier beschweren wollen, aber die Sperrstunde um 22 Uhr vermiest uns dieses Glück ein wenig.

Warum ist es für das Infektionsgeschehen so relevant, dass wir alle um 22 das Lokal verlassen? Kommt es dadurch zu weniger Neuinfektionen? Wir haben den Virologen Dr. Norbert Nowotny von der Uni Wien dazu befragt.

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Darum ist die Corona-Sperrstunde so wichtig

Die Sperrstunde um 22 Uhr hat einen einzigen Grund, meint Norbert Nowotny: "Je mehr Promille jemand hat, desto weniger wird der Sicherheitsabstand eingehalten. Zunehmender Alkoholkonsum mit fortschreitender Stunde ist eigentlich der einzige Grund für eine Sperrstunde in der Gastronomie", so der Virologe. 

Der Experte ist allerdings optimistisch: "Ich gehe davon aus, dass die Sperrstunde am 10. Juni auf 24 Uhr verlegt wird. Ab Juli kann vielleicht auch die Nacht-Gastronomie wieder öffnen", prophezeit der Virologe. Die Infektionslage sei derzeit "sehr gut". 

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Bleibt nur noch eine Frage: Warum hat es im Supermarkt veränderte Öffnungszeiten gegeben, wenn der Alkoholkonsum der einzig virologisch relevante Grund für eine Sperrstunde ist?

"Das ist ein berechtigter Einwand", räumt der Nowotny ein. "Bei der längeren Möglichkeit einzukaufen, teilen sich die Menschen eher auf – das wäre für das Infektionsgeschehen sogar besser."

Mit den kürzeren Öffnungszeiten im Handel sollte sichergestellt werden, dass die KundInnen vor Beginn der abendlichen Ausgangsbeschränkungen vom Einkauf wieder zu Hause sind. Virologisch gesehen hatten die veränderten Öffnungszeiten also keine Relevanz.

Zumindest haben die Supermärkte derzeit wieder regulär geöffnet. Und mit den Drinks bis Mitternacht kann es auch nicht mehr allzu lange dauern.