Was ist eine Borderline-Persönlichkeitsstörung?

Für Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung und deren Angehörige ist das Leben oftmals nicht einfach. Worum handelt es sich bei dieser Erkrankung?

Was ist eine Borderline-Persönlichkeitsstörung?

BPS ist eine psychische Erkrankung, die circa 2% der Gesamtbevölkerung betrifft.

Die Betroffenen leiden dabei oft unter starken Stimmungsschwankungen, dem Gefühl innerer Leere bis hin zu Selbstmordgedanken.

Ursachen?

  • Schwere Traumata wie körperliche oder sexuelle Gewalterfahrungen in der Kindheit
  • Genetische Veranlagung in der Familie
  • Problematische Eltern-Kind-Beziehungen, bei denen das Kind stark abgewertet wurde

​​​​​​​Symptome?

Anhaltendes Leeregefühl:

Betroffene fühlen sich oft leer und einsam.

Verlustängste:

Ängste vor dem Verlassenwerden sind sehr ausgeprägt.

Spezielle Beziehungsmuster:

Intensive und instabile Beziehungen, die von den Extremen Liebe und Hass geprägt sind.

Falsche Selbstwahrnehmung:

Wechselndes Selbstbild, bei dem sich Meinungen und Wertvorstellungen oft ändern.

Impulsives Verhalten:

Unüberlegte und risikoreiche Handlungen wie: schnelles Autofahren, Drogenmissbrauch oder ungeschützter Sex mit wechselnden PartnerInnen können vermehrt auftreten.

Selbstverletzendes Verhalten bis hin zum Selbstmord:

Selbstverletzungen bis hin zum Suizid stellen ein großes Risiko dar.

Starke Stimmungsschwankungen:

Betroffene sind schnell reizbar und schwanken zwischen Depressionen, Ängstlichkeit, Freude und Wut.

Unkontrollierte Wutausbrüche:

Schlimme Wutausbrüche können ohne wirklichen Anlass auftreten.

Vorübergehender Realitätsverlust:

Unter schwerem Stress können paranoide Vorstellungen bis hin zu Halluzinationen auftreten.

Wie wird BPS diagnostiziert?

Mindestens 5 der Symptome müssen von einem Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie oder einem Psychotherapeuten festgestellt werden, um BPS zu diagnostizieren.

Was bedeutete BPS für den Lebensalltag von Betroffenen?

BPS führt häufig zu Problemen in zwischenmenschlichen Beziehungen.

Betroffene haben Schwierigkeiten, ihre Ausbildung abzuschließen oder ihren Job zu behalten.

10% aller BPS-Betroffenen sind selbstmordgefährdet.

Ab dem 30. Lebensjahr stabilisiert sich bei den meisten Betroffenen der Verlauf der Krankheit.

Wie wird BPS behandelt?

Meist wird eine Kombination aus Psychotherapie und Antidepressiva eingesetzt.

Mit der richtigen medizinischen Unterstützung kann den Betroffenen oft wirksam geholfen werden.

Buchtipp für Angehörige von Betroffenen

L(i)eben mit Borderline: Ein Ratgeber für Angehörige

Wer Suizid-Gedanken hat, sollte sich an vertraute Menschen wenden. Oft hilft bereits das Sprechen über die Gedanken dabei, sie zumindest vorübergehend auszuräumen. Wer für weitere Hilfsangebote offen ist, kann sich an die Telefonseelsorge wenden: Sie bietet schnelle erste Hilfe an und vermittelt Ärzte, Beratungsstellen oder Kliniken. Wenn Sie oder eine Ihnen nahestehende Person von Depressionen betroffen sind, wenden Sie sich bitte an die Telefon-Seelsorge in Österreich kostenlos unter der Rufnummer 142.

www.suizid-praevention.gv.at

Das neue österreichische Suizidpräventionsportal www.suizid-praevention.gv.at bietet Informationen zu Hilfsangeboten für drei Zielgruppen: Personen mit Suizidgedanken, Personen, die sich diesbezüglich Sorgen um andere machen, und Personen, die nahestehende Menschen durch Suizid verloren haben. Das Portal ist Teil des österreichischen Suizidpräventionsprogramms SUPRA des Gesundheitsministeriums.

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