APA - Austria Presse Agentur

Wenn Teenies alles rumliegen lassen

Wenn Teenager in der ganzen Wohnung ihren Krempel verbreiten, wurmt das Eltern. Sie fragen sich: Sieht mein Kind gar nicht, was es für ein Chaos hinterlässt? Das könnte aber auch an den Eltern liegen.

Nicht genug, dass es im Kinderzimmer aussieht wie Kraut und Rüben. Klamotten des Teenagers liegen auch auf dem Wohnzimmerboden und dem Sofa verteilt, auf dem Esstisch tummeln sich stapelweise Zettel, leere Chipstüten und was ihm sonst noch so aus den Händen gefallen ist. Eltern verzweifeln schier am Chaos, das der Heranwachsende hinterlässt.

Man mag es kaum glauben: "Aber der Jugendliche nimmt es oft selber gar nicht wahr, dass er alles rumliegen lässt", sagt Familiencoach Kira Liebmann. Sie empfiehlt ihnen in solchen Situationen zu einer Familienplanung, in die sich alle einbringen und für die Regeln aufgestellt werden. So kommt Struktur ins Zusammenleben.

Eigene Haltung überprüfen

Allerdings sollten Eltern auch ihre eigene Haltung überprüfen, bevor sie ein großes Fass aufmachen oder in Dauerschleife zur Ordnung mahnen. Sind Sie selber immer konsequent, wenn es ums Aufräumen geht? "Schauen Sie mit den Augen Ihres Kindes: Was sieht es denn, wenn es sich umschaut?", so Kira Liebmann.

Kinder würden in der schwierigen Umbruchphase weniger darauf hören, was Eltern sagen, aber sie schauen sich ab, was Eltern vorleben. "Registrieren sie etwa, dass Eltern Ordnung egal ist, wenn es ihnen gerade gut geht, aber herummeckern, wenn es ihnen nicht gut geht, rächt sich halt die fehlende Konsequenz", erklärt die Erziehungsexpertin.

Zur Not dreckige Schuhe aufs Bett packen

Helfen weder Aufräum-Bitten oder wiederholte Ermahnungen, könnten Eltern zur Not auch schonein mal herumliegende Dreckschuhe oder benutzte Teller einfach aufs Bett des Juniors oder der Juniorin packen - "auch wenn man sich blöd vorkommt, aber oft hilft es", berichtet Liebmann, die auch Eltern als Pubertätsüberlebenstrainerin berät. Die Teenager stellen dadurch fest, dass es die Eltern ernst meinen.