(Symbolbild)

REUTERS/STRINGER/PHILIPPINES

Swatting: Auf Tech-Bosse wird die Polizei gehetzt

Aufgrund falscher Hinweise stand die Spezialeinheit schon zwei Mal beim Instagram-CEO vor der Tür.

Immer häufiger werden Tech-Bosse Opfer von Swatting. Dabei gehen bei der Polizei falsche Hinweise über Entführungen oder andere Gewaltverbrechen ein, woraufhin ein Sondereinsatzkommando, das SWAT-Team, die Wohnung oder das Haus der betroffenen Person stürmt.

Im November wurde Adam Mosseri, CEO von Instagram, zweimal Opfer eines solchen Angriffs, wie die New York Times berichtet. Bei der Polizei waren eine Reihe von Notrufen eingelangt, die scheinbar aus Mosseris Haus kamen. Die Polizei sperrte beide Male die Straße. Nach mehrstündigen Einsätzen stellten sich die Anrufe als Scherz heraus. Die New York Times berichtet, dass sich nach Aussagen der Polizeidienststellen solche Angriffe in Regionen, in denen Technologieunternehmen und deren CEOs ansässig sind, häufen. Genaue Zahlen seien aber nicht bekannt. 

Personenbezogene Daten veröffentlicht

Insbesondere bei Facebook habe man einen rasanten Anstieg an Swatting-Vorfällen festgestellt. In Foren, oft im Darknet, tauchen seitenweise Telefonnummern und Wohnadressen der Mitarbeiter und Unternehmenschefs auf. Manchmal enthalten die Posts Beschreibungen von einem detaillierten Tagesablauf der Opfer und wo ihre Kinder zur Schule gehen. Die Nutzer besprechen Techniken, wie sie die Polizei davon überzeugen, dass die Anrufe aus dem Haus des Swatting-Opfers stammen und welche Technologien sie dafür einsetzen können.

In den Foren tauchen laut New York Times auch immer wieder Gründe für die Swatting-Aktionen auf. Oft sind es Nutzer, die auf Facebook und Instagram gesperrt wurden. Andere glauben, die Tech-Bosse halten sich für "Götter" und müssen deshalb bestraft werden.

Facebook, Twitter und Google gaben daher Warnungen an ihre Mitarbeiter heraus, Details über ihre Wohn- und Lebenssituation und die ihrer Familie nicht öffentlich zu teilen. Zudem hätten sie der Polizei mitgeteilt, dass ein Risiko besteht, dass es zu Swatting-Vorfällen kommt. 

Swatting steht unter Strafe. Ein 26-jähriger Mann aus Kalifornien wurde zu 20 Jahren Haft verurteilt, weil er Dutzende falsche Notrufe tätigte, von denen einer tödlich endete. Insbesondere Online-Gamer wurden immer wieder Opfer solcher Attacken. Die Anrufer versuchen, die Polizei während eines Live-Streams in die Wohnung der Streamer zu locken.

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