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14.01.2019

20-Jährige getötet: Zweiter Verdächtiger bestreitet Tat

Im Tötungsfall Zell am See hat der zweite Verdächtige, über den am Sonntagabend die Untersuchungshaft verhängt worden war, die Tat bestritten. Der 18-Jährige spricht laut seinem Verteidiger von einer Racheaktion des Hauptverdächtigen 17-Jährigen, der die Tat bereits gestanden hat. Dieser belaste ihn nur deshalb, weil er der Polizei erzählt habe, der 17-Jährige habe ihm gegenüber die Tat gestanden.

Am 20. Oktober 2018 war eine 20-jährige Frau im Eingangsbereich ihrer Wohnung in einer Siedlung nördlich des Zentrums von Zell am See erschossen worden. Die Einheimische wurde von mehreren Projektilen in den Oberkörper getroffen und starb noch im Stiegenhaus des Mehrparteienhauses. Laut Obduktion verblutete sie innerlich.

Am Wochenende vor Weihnachten wurde der 17-jährige Pinzgauer festgenommen. Kurz darauf wurde die Untersuchungshaft verhängt. Die mutmaßliche Tatwaffe, eine umgebaute Schreckschusspistole, wurde bei ihm sichergestellt. Er gestand die Tat am 9. Jänner bei einer Begutachtung durch Neuropsychiaterin Gabriele Wörgötter nach Absprache mit seinem Verteidiger Michael Ringl.

Die beiden Burschen seien gute Freunde gewesen, "jetzt aber nicht mehr", sagte Rechtsanwalt Robert Galler, Verteidiger des 18-jährigen Pinzgauers, am Montag im Gespräch mit der APA. "Mein Mandant war in keiner Weise an der Tat beteiligt. Er hat auch nichts davon gewusst." Der 18-Jährige habe auch kein Problem mit der 20-Jährigen gehabt, es tue ihm sehr leid, dass sie getötet wurde. Die Frau, gegen die wegen Drogengeschäften ermittelt worden war, soll einige Abnehmer angezeigt haben. Sein Mandant sei aber nicht von ihr belastet worden, so der Verteidiger.

Ein Mitgrund, warum der 17-Jährige wegen Tatverdachtes verhaftet wurde, seien die Angaben des 18-Jährigen vor der Polizei gewesen, sagte Galler. Laut seinem Mandanten habe der Hauptverdächtige zu ihm gesagt, "ich war es", sagte der Rechtsanwalt. Nun habe ihn der 17-Jährige wohl aus Rache belastet, indem er in der U-Haft aussagte, der 18-Jährige habe ihn zu der Tat angestiftet und sei als Fahrer beteiligt gewesen.

Der Umbau der Schreckschusspistole soll laut dem 17-Jährigen die Idee seines damaligen Freundes gewesen sein. Auch diesen Vorwurf bestreitet der ältere der beiden Beschuldigten. "Mein Mandant hat die Schreckschusswaffe im Internet gekauft, der andere hat gezahlt." Vermutlich habe der 17-Jährige über keine Kreditkarte für eine Online-Bezahlung verfügt, dies sei aber noch nicht geklärt, sagte Galler. Der 18-Jährige habe jedenfalls nicht gewusst, was sein Freund mit der Schreckschusspistole bezwecken wollte. Die Ermittlungen in der Causa sind noch nicht abgeschlossen.

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