APA - Austria Presse Agentur

Appell an Umweltministerin nach Glyphosat-Urteil

Nach dem Urteil gegen den zum deutschen Bayer-Konzern gehörendem US-Saatgutriesen Monsanto, wonach der Unkrautvernichter Roundup krebserregend ist, hat es in Österreich einen Appell an Umweltministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) gegeben. Umweltorganisationen und der Grüne EU-Abgeordnete Thomas Waitz wollen ein österreichweites Verbot für das weitverbreitete Mittel.

Das Urteil spreche "eine deutliche Sprache", betonte Global 2000 am Mittwoch in einer Aussendung. Die Beweislage für die krebserregende Wirkung von Glyphosat sei eindeutig. Zwar wurde der Plan, das Pestizid in Kärnten für den privaten Verbrauch zu verbieten, begrüßt, doch die Umweltorganisation fordert ein bundesweites Verbot - auch in der Landwirtschaft. Vonseiten der Regierung sei ein solches Verbot kurz nach der Wahl angekündigt worden. "Es ist jetzt Zeit, den Worten Taten folgen zu lassen", sagte Helmut Burtscher-Schaden, Umweltchemiker bei Global 2000 und Autor des Buches "Die Akte Glyphosat".

"Dass zum zweiten Mal in Folge ein Geschworenengericht übereinstimmend jene Studien und wissenschaftlichen Argumente, die zur Krebseinstufung durch die WHO führten, für überzeugender hält, als die entsprechenden Studien und Argumente des Glyphopsat-Herstellers Monsanto, muss ein Weckruf für die EU-Zulassungsbehörden sein", so Burtscher-Schaden. "Die Bundesregierung muss jetzt endlich den Komplettausstieg aus Glyphosat in Österreich auf den Weg bringen. Nur das schützt uns alle nachhaltig vor diesem Risikoprodukt", sagte auch Sebastian Theissing-Matei von Greenpeace. Das Urteil sei "ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Gerechtigkeit für Tausende Betroffene."

"Das gestrige Urteil gegen Monsanto ist ein Weckruf. Glyphosat ist möglicherweise krebserregend, und wir müssen alles dafür tun, dass wir es nicht mehr auf unseren Äckern und Grünflächen versprühen", sagte der Grüne EU-Abgeordnete und Biobauer Thomas Waitz. Die Entscheidung des Gerichts könnte richtungsweisend für Hunderte andere bereits gerichtsanhängige Fälle gegen den Agrochemiekonzern sein.

"Seit Dezember 2017 verspricht Ministerin Köstinger, dass sie an einem Aktionsplan für den Ausstieg aus Glyphosat arbeitet. Im Mai 2018 hat sie versichert, dass die Machbarkeitsstudie dazu bereits in Arbeit sei. Wie lange müssen wir noch warten, bis den Worten endlich Taten folgen?", fragte Waitz.

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